ALFRED KLOTZ

Die römische Wehrmacht im 2. punischen Kriege

Philologus LXXXVIII (N. F. XLII), I (1933)

Digitalizzazione di Giovanni Pollidori sull’originale anastatico

 

U. Kahrstedt (Geschichte der Karthager III 1913 S. 150) hat aus Polybios III 107, 11 geschlossen, daß die Römer in jedem Jahre (mit Ausnahme des J. 216) 4 Legionen aufgestellt hätten, und betrachtet deswegen alle Angaben, die von diesem Schema abweichen, als annalistische Erfindungen. Damit wäre über einen beträchtlichen Teil der livianischen Überlieferung der Stab gebrochen, während P. Cantalupi (Le legioni romane nella guerra d'Annibale, in: Studi di Storia antica pubbl. da G. Beloch I 1891, 1-48) die livianischen Angaben über die römischen Streitkräfte ohne weiteres als beglaubigt hingenommen hatte 1). Wäre Kahrstedts Deutung richtig, so wäre sein Schluß unabweisbar, und man müßte sich nur fragen, warum die Römer ihre militärischen Machtmittel so wenig ausgenutzt hätten. Die Censuszahlen sind zwar in Einzelheiten verderbt überliefert, aber sie bilden doch an sich eine unbedingt sichere Grundlage, da sie auf amtlichen Zählungen beruhen9. Dazu kommt noch der Bericht über eine Feststellung der gesamten Streitkräfte - Italiens, die der Senat zur Zeit des Gallierkrieges (225) vornehmen ließ und die Fabius Pictor in, die Literatur eingeführt hatte (Polyb. II 24. Liv. per. 20 Oros. IV 13, 6, Eutr. III 5)3). Nach Liv. per. 20 betrug die Bürgerzahl im J. 233 270.713 4). Das sind Waffenfähige oder besser gesagt: Dienst- pflichtige; die Zahl umfaßt also die iuniores und seniores. Über die Gesamtheit der wehrfähigen Mannschaft Italiens belehrt uns Polyb. a. 0.: 700.000 Fußsoldaten und 70.000 Reiter standen dem Senat an Bürgern und Bundesgenossen zur Verfügung 5). Das bedeutet, daß er jeder Zeit eine beliebig große Truppenmacht aufstellen konnte und darin nur durch die Besoldungs- und Verpflegungsverhältnisse beschränkt war.

Geringe Verschiebungen der Aushebungsstärke ergaben sich aus dem verschiedenen Bestand der Legionen: sie konnten niedere Stärke (4200 F. und 200 R.) oder hohe Stärke (5000 bzw. 5200 F. und 300 R.), unter Umständen sogar noch höheren Bestand haben 6). Die Stärke wurde in jedem Jahre vom Senat festgesetzt.

Bei diesen Machtmitteln müßte es auffallen, wenn Rom (außer im j.216) den Krieg nur mit 4 Legionen geführt hätte. Aber wenn wir die angeführte Stelle des Polybios genau erklären, so bestätigt sie diese Annahme nicht. Er sagt (III 107, 9): . Das heißt: die Römer wollten die Entscheidung im Felde erzwingen, indem sie Hannibal eine erdrückende Übermacht gegenüberstellten. Daß es sich hier ausschließlich um das Feldheer handelt, lehrt das Wort diakinduneuein. Nicht ohne Grund steht es noch einmal am Schluß des Kapitels: . Es ist selbstverständlich, daß der Senat es nicht wagen durfte, die Nebenkriegsschauplätze und die Etappengebiete von Truppen zu entblößen. Wenn er sonst für die Kriegführung jedem Consul nur 2 Legionen zur Verfügung stellte, so war das nicht durch den Mangel an Soldaten begründet, sondern durch die Schwierigkeit, mit größeren Truppenmassen zu operieren. Die Erfahrung, die bei Cannae gemacht wurde, lud nicht zu einer Wiederholung eines solchen Wagnisses ein. Deshalb haben die Römer während des ganzen Krieges nie wieder eine so große Truppenmasse auf einem Schlachtfelde versammelt,

Polybios fährt fort (III 107, 10):  (d. h. dreimal so stark als beim gewöhnlichen Bestand, demnach 3 x 200 = 600 R.)9). Weiter (13): 10). Auch hier handelt es sich um das Feldheer. Daß ein Consul ein weniger starkes Heer führt, ist nirgends überliefert. Wo also ein Consul ein Heer führt, ist immer die Stärke von 2 Legionen vorauszusetzen. Die räumliche Ausdehnung des Krieges brachte es mit sich, daß die Römer auf allen möglichen Kriegsschauplätzen Truppen unterhalten mußten. Hätten sie (außer im j. 216) nur die beiden consularischen Heere zu je 2 Legionen aufgestellt, so hätten sie ihre Verpflegungsbasis nicht schützen können und sämtliche Außenstellungen ohne weiteres verloren.

Wir sehen also, daß kein Grund vorliegt, von vornherein die annalistische Überlieferung über die römischen Heeresverhältnisse mit Mißtrauen zu betrachten, wie es Kahrstedt tut. Das nötigt uns, sie einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen. Diese ist auch durch Cantalupis Arbeit nicht überflüssig gemacht, da sich bei ihm manche Unklarheiten und Irrtümer finden.

 

Das Jahr 218

Für das Jahr 218 liegt ein Bericht über die römischen Heere bei Liv. XXI 17, 5- 9 vor (Cantalupi S. 7). Die beiden Consuln erhalten zu ihren 2 Legionen schwachen Bestandes starke bundesgenössische Abteilungen, Sempronius 16000 Fußsoldaten und 1800 Reiter, Scipio 14000 Fußsoldaten und 1600 Reiter. Damit ist bedeutet daß beide Kriegsschauplätze annähernd als gleichwichtig getrachtet werden. Wenn Sempronius eine wesentlich stärkere Kriegsflotte erhielt (160 Kriegsschiffe und 12 Schnellsegler gegen 60 Kriegsschiffe Scipios), so ist das in der strategischen Aufgabe begründet. Für Scipio hatte der Seekampf geringere Bedeutung 11). Sempronius' Angriff auf Afrika konnte nur gelingen, wenn er die See beherrschte. Außerdem stehen 2 Legionen mit einer etwas schwächeren Bundesgenossenabteilung in Gallien (9): duas legiones Romanas et decem milia sociorum peditum, mille equites socios, sescentos Romanos Gallia provincia eodem versa in Punicum bellum habuit. Es wird also deutlich erklärt, daß in OberItalien 2 Legionen stehen 12), während der Praetor L. Manlius erst hingeschickt wird: (17, 7) L. Manlius et ipse cum haud invalido praesidio (also Truppenersatz) in Galliam mittebatur. Das ist wichtig; denn damit bietet sich die Lösung eines schwierigen Problems, das bisher nicht befriedigend erklärt ist.

Während des Sommers 218 spielen sich in der Poebene allerlei militärische Vorgänge ab (Liv. XXI 25). Durch den Aufstand der Boler werden die römischen Siedlungen in Placentia und Cremona gestört. Dorthin waren je 6000 Kolonisten für den 1. Juni befohlen (Asc. Pis. 2 p. 12, 15 St.). Die römischen Siedlungskommissare flüchten sich in den Schutz der Kolonie Mutina. Zur Unterstützung rückt der Praetor L. Manlius ebendorthin vor. Er sollte also das Kommando über die in Gallien stehenden Truppen übernehmen. Die Annahme, daß diese das dem Scipio zugewiesene consularische Heer bildeten (so Mommsen, Roemische Geschichte I 5 S. 584), widerspricht der Angabe des Livius und beruht auf der vorgefaßten Meinung, daß die Römer nur 4 Legionen aufgestellt hätten. In unübersichtlichem Waldgelände erlitt Manlius Wegen ungenügender Aufklärung mehrere Schlappen und wurde bei Tannetum von den Boiern eingeschlossen. Aus Polyb. III 40, 14 erfahren wir, daß er die 4. Legion befehligte:  12). Wie kommt Manlius zu dem Kommando über die 4. Legion, die doch in der Regel zu einem der beiden consularischen Heere gehörte? H. Hesselbarth (Historisch- kritische Untersuchungen zur dritten Dekade des Livius 1889, 71) meint, die Zahl sei verderbt; er denkt daran, touto to stratòpedon zu schreiben. Dieser Ausweg befriedigt nicht. Anders sucht Kahrstedt a. O. zu helfen. Er behauptet, zu Polybios' Zeit habe es noch keine Legionsziffern gegeben. Zu dieser Annahme fühlt er sich wohl berechtigt, weil Polybios sonst Legionsziffern nicht nennt. Deshalb schließt er aus der Nummer, daß im J. 218 überhaupt nur 4 Legionen aufgestellt gewesen seien, daß der Consul Scipio nur eine Legion befehligt habe. Die Folge dieser Meinung wäre, daß die Angaben bei Liv. XXI 17 erfunden wären. Zu dieser Annahme entschließt sich Kahrstedt auch ohne weiteres. Aber es ist doch ganz selbstverständlich, daß die einzelnen Legionen bestimmte Bezeichnungen haben. Sonst hätte die Befehlsübermittlung und die Berichterstattung große Schwierigkeiten gehabt, zumal da die einzelnen Legionen keinen bestimmten Führer hatten, nach dem sie hätten bezeichnet werden können. Daß Polybios im allgemeinen die Legionsnummern nicht nennt, ist begreiflich, da sie für seine griechischen Leser keine Bedeutung haben. Um so wichtiger ist es, wenn hier einmal die Nummer angegeben ist. Denn da liegt die Vermutung nahe, daß sie aus der Quelle, in diesem Falle aus Fabius Pictor, stammt 13a). jedenfalls ist die Deutung Kahrstedts schon deswegen hinfällig, weil bei ihr auf das Heer des Consuls Scipio nur 1 Legion kommen würde. Diesen Schluß zieht Kahrstedt in der Tat; aber damit setzt er sich in Widerspruch nicht nur mit der sonstigen Überlieferung, die in jener Zeit nur consularische Heere von 2 Legionen kennt 14), sondern auch mit Polyb. III 107, 13 15).

Wir muessen also einen andern Weg der Erklärung suchen. Im 218 Wurden die für das Heer Scipios bestimmten Legionen ausgehoben; denn Liv. XXI 26, 2 sagt: C. Atilium praetorem cum legione Romana et quinque milibus sociorum dilectu novoa consule conscriptis auxilium ferre Manlio iubent = Polyb. III 40, 14. (sc. Scipioni). Polybios ist hier weniger genau als Livius, nach dem aus den in der Versammlung begriffenen Truppen des Scipio eine Legion unter Atilius nach Gallien geschickt und als Ersatz dafür eine neue Legion ausgehoben wird (26, 3 et P. Cornelius in locum eius quae missa cum praetore erat scripta legione nova). Ungenau ist auch die Angabe des Polybios: katagràfein ex ton summàkon. Er macht ja auch sonst nicht einen Unterschied zwischen Bürgertruppen und Bundesgenossen, weil es ihm nicht auf die rechtliche Stellung, sondern auf den militärischen Wert ankommt; vgl. Liv. XXXVII 79, 7 (aus Polyb.) duae legiones Romanae, duae socium ac Latini nominis erant, wo die Hinzufuegung von <alae> vor socium sprachlich falsch ist; vgl. auch H. Nissen, Kritische Untersuchungen über die Quellen der vierten und fuenften Dekade des Livius 1863, 196.

Wenn Manlius die 4. Legion befehligte, so muß diese im j. 219 einem der beiden consularischen Heere angehört haben. Wir sind ueber die kriegerischen Vorgänge dieses Jahres unzureichend unterrichtet. Polybios schreibt die Kriegsführung gegen die Illyrier im J. 219 ausschließlich dem Consul L. Aemilius Paulus zu (III 16, 7, 18, 3. IV 37, 4) und erwähnt auch nur seinen Triumph (III 19, 12, IV 66, 9). Dem steht entgegen die Überlieferung bei Zonaras (VIII 20): (nämlich Demetrios von Pharos). Die Nennung der Consuln kann kaum eine bloße Zeitbestimmung sein. Im weiteren Verlauf heißt es: Éstrateusan ex auton, und auch Vir. ill. 50, 1 weiß von einer Beteiligung des Livius am Illyrierkriege: Livius Salinator primo consul (219) de Illyriis triumphavit. Deshalb nimmt F. Münzer, Römische Adelsparteien und Adelsfamilien 1920, 229 an, daß Polybios absichtlich die Verdienste des Livius unterdrückt habe, um Paulus nicht mit dem durch seinen Prozeß bloßgestellten Livius zu verbinden 16). Wenn man nicht einfach bei Zonaras und dem Verfasser der Schrift Vir. ill. einen Irrtum annehmen will (in dieser eine Verwechslung der Consuln beim Triumph anzunehmen wäre an sich nicht zu kühn), gibt es wohl kaum einen andern Ausweg aus der Schwierigkeit als Münzers Vorschlag, so peinlich es sein mag, daß man Polybios eine solche Geschichtsfälschung zutrauen muß. Jedenfalls steht nichts der Annahme im Wege, daß die 2 gallischen Legionen das eine der consularischen Heere des J. 219 gebildet haben. Scipio hat für den Zug nach Spanien nichtgediente Truppen erhalten. Daß Sempronius ebenfalls neu ausgehobene Legionen erhalten habe, ist nicht gesagt. Auf alle Fälle kann man sich vorstellen, daß die Legionen in Gallien bis zur endgültigen Aufstellung der für Scipio neu aufgestellten Legionen die alte Nummer beibehalten haben 17).

Und doch bleibt noch eine Schwierigkeit. Als Scipio ohne Heer aus Gallien nach Italien zurückkehrt 18), übernimmt er 2 Legionen von den beiden Praetoren Atilius und Manlius (XXI 39, 3): exercitu a Manlio Atilioque accepto tirone et in novis ignominiis trepido. Aus dem Gegensatz tirone, was sich auf die von Atilius nach Oberitalien geführten Truppen bezieht, zu den Truppen des Manlius dürfen wir schließen, daß diese nicht erst im J. 218 ausgehoben sind. So bestätigt diese Stelle die Vermutung, durch die ich die Legionsnummer bei Polyb. III 40, 13 zu erklären gesucht habe. Aber da von Haus aus für Gallien 2 Legionen bestimmt waren (XXI 17, 9), so müßte man eigentlich nach dem Eintreffen des Atilius dort 3 Legionen erwarten. Es ist aber kein Zweifel, daß die Consuln in der Schlacht an der Trebia nur 4 Legionen gehabt haben (XXI 57, 2 duobus consularibus exercitibus. Polyb. III 72, 11 tous men Romaious eis murìous exakiskilìous 19) tous de summàkous eis dismourìous). Die Truppen des Manlius hatten beträchtliche Verluste gehabt (Liv. XXI 25, 10, zwo die Zahl ausgefallen, aber entweder D oder DC zu ergänzen tst; polloùs Polyb. III 40, 12; Liv. XXI 25, 12 septingentos mi1ites 20)). So ist wohl die Annahme zulässig, daß die nicht ausgebildeten Truppen des Atilius nicht als geschlossener Truppenkörper, sondern als Ersatz für die beiden in Gallien stehenden Legionen verwendet wurden. Unter dieser Voraussetzung scheint alles klar zu sein.

Demnach haben die Römer im J. 218 mit 6 Legionen und den dazugehörigen Bundesgenossen Krieg geführt. Der Sollbestand ergibt sich aus Liv. XXI 17, 5- 9:

Heer des Consuls Sempronius: 2 Legionen, 16000 Bundesgenossen zu Fuß, 1800 bundesgenössische Reiter.

Heer des Consuls Scipio (später in Spanien): 2 Legionen, 14000 Bundesgenossen zu Fuß, 1600 bundesgenössische Reiter.

Heer in Gallien: 2 Legionen, 10000 Bundesgenossen zu Fuß, 1000 bundesgenössische Reiter; dazu die Truppen des Atilius (4200 + 5000 M.), die als Ersatz zu den Truppen des Manlius stießen. In der Schlacht an der Trebia unter Scipios Befehl.

Das ergibt ein Gesamtaufgebot von 29400 Legionaren, 2100 römischen Reitern, 45000 Bundesgenossen zu Fuß, 4000 bundesgenössischen Reitern. Niemand wird behaupten, daß diese Truppen nicht mit Leichtigkeit aufgestellt werden konnten (richtig hierüber Cantalupi p. 3). Es liegt kein Grund vor, an diesen Angaben zu zweifeln; wir dürfen sie vielmehr als urkundliches Material betrachten. In den Senatsakten mußten diese Angaben enthalten gewesen sein. Aus ihnen wird sie bereits Fabius in die Literatur eingeführt haben. Bei Livius ist er hier nicht selbst benutzt, aber in seiner Quelle Coelius war er mehrfach angeführt.

Doch ist es wahrscheinlich, daß außer diesen Truppen auch noch Sizilien und Sardinien besetzt waren, wovon allerdings für das J. 218 weder Livius 21) noch Polybios etwas berichten. Bei Polybios ist dies ohne weiteres erklärlich, da er sich in der Hauptsache auf die Unternehmungen im Felde beschränkt und bei der Knappheit seiner Darstellung für Nebensachen nicht allzu viel Raum hat, während er die Hauptereignisse verhältnismäßig eingehend behandelt. Auch Livius hat für die ersten Kriegsjahre, für die er sich hauptsächlich auf Coelius stützt, die Nebenkriegsschauplätze vernachlässigt. Offenbar hatte Coelius, um eine Zersplitterung der Gedanken des Lesers zu vermeiden, sich ähnlich wie Polybios auf die Hauptereignisse beschränkt. Das ist schon durch den Charakter seines Werkes als einer historischen Monographie bedingt, in den weiteren Büchern, wo sich bei Livius neben Coelius immer mehr die annalistische Überlieferung breit macht (etwa seit der Schlacht bei Cannae), wendet sich die Aufmerksamkeit des Livius mehr auch den Nebenkriegsschauplätzen zu.

 

Das Jahr 217

Da Livius auch für das J. 217 in der Hauptsache dem Coelius treu bleibt, bietet er keine Übersicht über die gesamten römischen Streitkräfte. Aus Liv. XXI 63, 1 (vgl. mit 59, 2) folgt, daß der Consul C. Flaminius die 2 Legionen des Sempronius übernommen hat. Er bescheidet sie für den Termin seines Amtsantritts nach Ariminum, indem er sich über die religiösen Formalitäten hinwegsetzt. Die beiden Legionen Scipios werden von dem Praetor C. Atilius ebenfalls nach Ariminum geführt, von wo aus die Consuln die Heere bereitstellen, um dem Einmarsch Hannibals in Mitteitalien zu begegnen. App. Hann. 8 sagt ausdrücklich, daß Servilius die Legionen Scipios übernimmt. Wenn sie ihm durch den Praetor Atilius zugeführt werden, so widerspricht dies Appians Angabe nicht. Aber daß Servilius die Legionen in Cremona übernimmt, was Appian berichtet 22) (Epìton Padon epeikzeis), ist bei Appians Fluechtigkeit nicht anzunehmen, weil die sachverständige Überlieferung des Livius dagegen steht. Zu ihm stimmt Polyb. III 77, 1, der nur die Übernahme der Truppen durch Flaminius kürzer abtut (analabòn tas autou dunàmeis), weil er für die dem Römer wichtigen religiösen Formen kein Verständnis hat.

Die Fassung des Wortlauts bei Liv. XXI 63, 15 legionibus inde duabus a Sempronio prioris anni consule, duabus a C. Atilio praetore acceptis in Etruriam per Appennini transitus exercitus duci est coeptus ist insofern ungenau, als Flaminius nur 2 von diesen 4 Legionen übernehmen kann, um sie nach Etrurien zu führen, während die andern 2 dem Consul Servilius zukommen 23). Die Truppen haben die beiden consularischen Heere gebildet, die an der Trebia gefochten und dann in Placentia und Cremona Winterquartiere bezogen hatten. Kahrstedt (S. 191) irrt, wenn er einen Gegensatz zwischen Liv. XXI 63, 15 und XXI 17 findet. Scipio hat nach seiner Rückkehr nach Italien die beiden gallischen Legionen übernommen. Die ungenaue Angabe des Livius, dessen Unsicherheit sich schon in dem Anakoluth ausdrückt (legionibus acceptis, wozu die Consuln das logische Subjekt bilden müßten, und exercitus duci coeptus est, was sich nur auf Flaminius bezieht), ist wohl lediglich durch eine stilistische Ungeschicklichkeit entstanden. Ein sachlicher Unterschied besteht also zwischen Livius und Polybios (III 77, 1) nicht. Dieser ist insofern ungenau, als er die Vorstellung erweckt, daß die Truppen von Rom aus vorrücken: Gaios men Flamìnios analabòn tas autou dunàmeis proège dià Turrenìas xai ....

Polybios hat zu sehr die großen Gesichtspunkte im Auge, als daß er Wert darauf legte, zu bemerken, wo die Übernahme der Truppen erfolgt ist 24). Dies gehört für ihn zu den mnèmes oux axia (VII 7, 6), während für die mehr im Formalistischen befangene römische Geschichtsschreibung dergleichen nicht ohne Bedeutung ist. Man könnte aber annehmen, daß der Vormarsch von Rom aus sich auf die Ersatzmannschaften beziehe, die den an der Trebia hart mitgenommenen Truppen für den neuen Feldzug zugeführt werden mußten. Dadurch würde es sich auch erklären, daß ein Teil der Überlieferung den bedeutungsvollen Sturz des Flaminius vom Pferde in Rom (Cic. div. 177 Plut. Fab. 3), ein andrer (Liv.XXII 3, 4 = Coelius) vor Arretium geschehen läßt. Welche Fassung die ursprüngliche Überlieferung bietet, ist schwer zu sagen. Ich glaube, daß die annalistische Angabe bei Cic. 1. 1. ante signum Iovis Statoris mehr Glauben verdient. Dann hätte Coelius den Vorfall aus dem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst 25). Das Umgekehrte wäre weniger leicht zu verstehen. Jedenfalls stammt die Nachricht Ciceros nicht aus Coelius; dessen Eigentum beginnt erst mit den Worten: quod addidit Coelius (div. 178)26).

Außer den beiden consularischen Heeren befanden sich im 217 2 Legionen unter Cn. Scipio in Spanien. Ihnen führt P. Scipio 8000 Mann Ersatz zu (Liv XXII 22, 1). Diese Truppen treffen erst im Laufe des Sommers ein. Auch hier ist Polybios wenigere genau: er erwähnt (III 97, 2) nur die Verstärkung der Flotte (20 Schiffe, bei Livius 30; es liegt wohl einfach bei einem von beiden ein Fehler der Überlieferung vor), weil er als Soldat die Absendung von Ersatzmannschaften als selbstverständlich betrachtet. Das ist aber kein Grund, die Angabe des Livius zu verdaechtigen.

Eine wichtige Ergänzung der Angaben des Livius und Polybios bietet App. Hann. 8 ... xai Gaios Flaminios 28): Im weiteren Verlauf wird das Heer des Flaminius auf 30000 Mann zu Fuß und 3000 Reiter angegeben. Das wären 2 Legionen zu 5000 Mann und doppelt so viel Bundesgenossen (den hohen Bestand an Bundesgenossen bezeugt ja Appian: diplasìona)28). Polybios und Livius geben die Truppenstärke nicht an. Aber man kann aus den Verlustangaben Schlüsse ziehen. Nach Polyb. III 84, 7 fallen in der Schlacht am Trasimenischen See im Kampfe 15000 Mann, 15000 werden gefangen genommen. Darin sind inbegriffen die 6000 Mann des Vortrupps, die sich durchschlagen und von Mago gefangen genommen werden. Die Verlustangaben an Toten geht auf Fabius zurück. Das ergibt sich aus Liv. XXII 7, 2 quindecim milia Romanorum in acie caesa; decem milia sparsa fuga per omnem Etruriam diversis itineribus urbem petiere ... ego Fabium aequalem temporibus huiusce belli potissimum auctorem habui, d. h. Coelius hatte Fabius hier mit Namen angeführt 29). Das deutet darauf hin, daß ihm noch eine andere Angabe vorlag. Wenn also die Angabe des Polybios über die Zahl der Gefangenen sich mit der des Fabius nicht vereinigen läßt - sie wird demnach auf Silen zurückgehen -, so bestätigen doch beide die Angaben Appians über die Stärke des Heeres.

Flaminius und Servilius haben jeder ein consularisches Heer, d. h. 2 Legionen. Wenn App. Hann. 10 dem Servilius 40000 Mann zuschreibt (Serviliou tetrakismuriois epì Turrenìas epeigomènon), so kommen vielleicht zu seinen Legionen noch auxilia Cenomanorum (wie im Vorjahre: Liv. XXI 55, 4). Es fehlt uns hier die Möglichkeit der Nachprüfung.

Ist aber Appians Angabe über die Heeresstärke, namentlich für Flaminius, unverdächtig, so dürfen wir auch seine weiteren Angaben als sachlich wertvoll betrachten. Er bietet ja diese Angaben über die Verteilung der Streitkräfte so, daß dieselbe Form vorausgesetzt werden darf, wie wir sie später bei Livius finden, seit er neben Cbelius immer mehr die Annalistik benutzt. Es ist zwar die Annalistik der sullanischen Zeit; Valerius Antias und Claudius werden ausdrücklich genannt. Aber wir müssen uns zunächst einmal von der Vorstellung freimachen, daß eine Nachricht deshalb wertlos ist, weil sie aus Antias oder Claudius stammt. Selbstverständlich meine ich damit nicht, daß alles, was sie bieten, als gute Überlieferung zu betrachten ist. Aber da sie entweder selbst oder durch Vermittlung ihrer Vorgänger die Senatsakten und die Annales maximi des Mucius Scaevola verwertet haben, so müssen wir stets die Frage aufwerfen, wieweit ihre Berichte aus diesen amtlichen Quellen gespeist sind.

Appian hat die Verteilung der 13 Legionen des J. 217 nur sehr obenhin angegeben, was ja bei seiner Flüchtigkeit kein Wunder ist. Immerhin gibt er uns die Möglichkeit, einiges festzustellen. Wenn er sagt: va nAÉOVa a' ,Jyov É~ri zdv 'Avvíßav 0 vnazot, so bezieht sich der Begriff tà plèona nicht so sehr auf die Zahl der Legionen - denn jeder Consul hatte nur 2 - als auf die Stärke der ihnen zugewiesenen bundesgenössischen Abteilungen. Außer den 4 consularischen Legionen sind gesichert 2 Legionen in Spanien. Die Besetzung Siciliens und Sardiniens (Cantalupi p. 12), von der Appian spricht und die wir voraussetzen müBten, bestätigt Polyb. III 75, 4. In Sicilien befinden sich nach Liv. XXIII 25, 10 im J. 216 2 Legionen, deren Absendung in diesem Jahre nicht erwähnt wird. Sei es also, daß sie bereits seit längerer Zeit dort standen oder dass sie in diesem Jahre ihre Vorgänger abgelöst hatten, unter allen Umständen ist eine Besetzung Siciliens durch 2 Legionen so gut wie sicher, zumal da diese Stärke dauernd erhalten bleibt. Sardinien ist im Verlaufe des Krieges, wenn dort nicht besondere Verwicklungen bevorstanden, mit 1 Legion besetzt. Aus den letzten Worten der Polybiosstelle darf man folgern, daß die italische Südostküste zum Schutze gegen karthagische Landungen besetzt war. Wir dürfen hierher auch 1 Legion ansetzen. Dazu kommen noch 2 legiones urbanae 30), von denen Liv. XXII 11, 8 spricht: magna vis hominum conscripta Romae erat (d. h. sie befand sich dort nach der Schlacht am Trasimenischen See); libertini etiam quibus liberi essent et aetas militaris in verba iuraverant. Sie waren zur Stammrolle gemeldet, aber nicht tatsaechlich zu einem Truppenkörper formiert. Jedenfalls waren sie in ihrem Aufenthaltsort beschränkt, da sie jederzeit zur Verfügung stehen mußten. Einen Oberbefehlshaber konnten sie nicht haben, da in der Stadt das Imperium nicht galt.

Damit hätten wir von den 13 Legionen, die Appian bezeugt, 12 bestimmt. Über die letzte läßt sich nichts Bestimmtes sagen; hier versagt also unsere Überlieferung. Vielleicht sind für Sardinien 2 Legionen, nicht nur 1, anzusetzen. Aber es ist nicht richtig, wenn Cantalupi p. 13 in der Zahl 13 auch diejenigen Truppenkörper mit eingerechnet wissen will, die erst im weiteren Verlaufe des Jahres 217 aufgestellt wurden. Wo wir solche Gesamtangaben haben, beziehen sie sich auf die Stärke des Aufgebots zu Beginn des Feldzugs.

Die in der Stadt aufgebotenen Mannschaften werden nach der Niederlage am Trasimenischen See verschieden verwendet (Liv. XXII 11, 9): ex hoc urbano exercitu qui minores quinque et triginta annis erant in naves impositi, alii ut urbi praesiderent relicti. Auf diese Aufgabe bezieht sich vielleicht Appians' Äußerung (Hann. 11):. Aber bereits vorher hat Appian eine andere kriegerische Unternehmung berichtet, von der unsere andern Quellen allerdings nichts wissen. Hann. 9 heißt so: . Da diese Bewegung vor der Schlacht am Trasimenischen See stattfindet, darf man, wenn man bei Appian nicht ganz ungeheuerliche Verwirrung annehmen will 31), diesen Centenius nicht mit dem Propraetor C. Centenius gleichsetzen, den der Consul Cn. Servilius mit 4000 Reitern seinem Kollegen zu Hilfe gesandt hatte (vgl. J. Jung, Wien. Stud. XVIII 1896, 99- 115). Daß es damals in Rom 2 Männer mit Namen Centenius gegeben hat, ist doch durchaus nicht unwahrscheinlich.

8000 Mann würden 2 Legionen mit niederem Etat entsprechen. Es ist doch nicht ohne weiteres vorauszusetzen, daß, wenn die consularischen Heere mit dem erhöhten Etat ausgehoben werden, dasselbe auch für alle andern Truppenteile gilt. Die 8000 Mann würden also den 2 legiones urbanae entsprechen können. Was aus dieser Abteilung im weitern Verlaufe des Feldzuges wird, sagt Appian nicht. Im offenen Felde war sie wohl fürs erste nicht zu verwenden, da ihre Ausbildung unzulänglich war.

Nach der Schlacht läßt der Diktator Q. Fabius Maximus 2 Legionen in Tibur zusammentreten (XXII 11, 2). Das dürften eben die 2 legiones urbanae sein, mit denen Centenius zur Deckung der Stadt und zur Aufrechterhaltung der Verbindung mit Servilius moorgeschoben worden war. Sie werdent spätestens mit dem Heere des Servilius wieder an Rom herangezogen worden sein. Der Diktator verfügt also über 4 Legionen; das ist der übliche Bestand eines diktatorischen Heeres. Nach Polyb. III 88, 7 hat er 4 neu ausgehobene Legionen. Das ist ungenau. Denn dem Heere des s Diktators gehören die 2 Legionen des Servilius an; neben dem Diktator hat der Consul kein Commando. Er wird nach Ostia geschickt (Liv. XXII 11, 7)32)

 

Das Jahr 216

Über die für das J. 216 aufgestellten Truppen haben wir, abgesehen von der Angabe des Polybios (III 107, 10. s. S.43), die sich nur auf das eigentliche Feldheer bezieht, bei Liv. XXII 36, 1 einen leider verstümmelten Bericht: exercitus quoque multiplicati sunt. quantae autem copiae peditum equitumque additae sint, adeo et numero et genere copiarum variant auctores, ut vix quicquam satis certum adfirmare ausim. decem milia novorum militum alii scripta in supplementum, alii novas quattuor legiones ut octo legionibus rem gererent 33). numero quoque peditum equitumque legiones auctas milibus peditum et centenis equitibus in singulas adiectis, ut quina milia peditum, treceni equites essent, socii duplicem numerum darent, peditis aequarent. Die zweite Angabe alii novas ... gererent deckt sich mit Polybios. Er ist hier zur Nachprüfung herangezogen, wie er ja auch schon im 21. Buche zu gelegentlicher Belehrung ausgebeutet ist 34) (vgl. rem gererent:). Der Unterschied in der Angabe über die bundesgenüssische Reiterei (duplicem numerum Liv. , Polyb. III 107, 12) ist nur scheinbar. Polybios bezieht sich auf die Legion mit niederer Stärke, Livius hat grade von der verstärkten Legion gesprochen, die 300 Reiter hat. So stimmen also beide Angaben sachlich aufs beste überein. Bei beiden Schriftstellern wird aber nur von der Verstärkung des Hauptheeres gesprochen. Indes, daß Livius bei der Angabe über die Stärke der bundesgenössischen Reiterei selbständig die notwendige Umrechnung der polybianischen, anders bezogenen Angabe vorgenommen haben sollte, glaube ich nicht. Das hieße sein militärisches Verständnis zu hoch einschätzen 35). Deshalb scheint es geraten, nur die Worte alii novas ... rem gererent aus Polybios abzuleiten. Dann würde die Angabe über die Legionsstärke aus einer lateinischen Quelle stammen. Auf eine solche geht auch die erste Angabe zurück. Daß sie aber reicheres Material geboten haben muß, ist selbstverständlich. Denn kein Geschichtsschreiber kann für das J. 216 nur von einem Truppenersatz von 10000 Mann gesprochen haben. Die weiteren Ausführungen der römischen Quelle sind also durch den Zusatz aus Polybios zum größten Teile verdrängt worden. Livius gestattet uns hier einen wertvollen Einblick in seine Arbeitsweise: er opfert den größten Teil der römischen Überlieferung, um die Bemerkung aus Polybios einzuschalten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch die nach aequarent überlieferten Angaben betrachten, die gewöhnlich als ein Glossem getilgt werden: [septem et octoginta milia armatorum et ducentos in castris, cum pugnatum ad Cannas est] quidam auctores sunt. Aus Polybios kann diese Anmerkung nicht stammen, weil seine Angabe III 113, 5 , andere Zahlen ergibt 36). Sollte hier nicht auch eine Randbemerkung des Livius vorliegen, die Livius aus einem seiner Quellenschriftsteller nachgetragen hatte und die verstümmelt in den Text eingedrungen ist? Sie steht im Einklang mit der unmittelbar vorausgehenden Bemerkung über die Stärke der Truppenkörper. Daraus ergibt sich genau die Zahl von 87200 Mann: 8 Legionen = 8 - 5000 Römer + 8 - 5000 Bundesgenossen, an Reitern 8 - 300 römische Reiter und doppelt soviel bundesgenössische = 80000 Mann zu Fuß und 7200 Reiter 37). Livius hat also drei Quellen benutzt: 1. decem ... "supplementum (da Coelius solche Dinge sonst nicht erwähnt, wird man an Antias denken dürfen). 2. alii novas ... gererent (Polybios). 3. numero quoque ... Cannas est. Fraglich kann sein, ob 3. ein Teil der verlorenen Angaben von,1. ist, oder ob etwa 2. + 3. zusammen aus Coelius (Urquelle Fabius) stammen, der ja wie Polybios sich in seinen Angaben auf den Hauptkriegsschauplatz beschränkt. Dann brauchte 2. nicht aus Polybios nachgetragen zu sein.

Cantalupi p. 15 versucht die Angabe, daß das Feldheer auf 8 Legionen erhöht worden sei, zu widerlegen. Er meint, Hannibals Taktik sei unverständlich, wenn er einen fast doppelt so starken Gegner zu bekämpfen gehabt habe. Ich brauche auf das Bedenkliche einer solchen Begründung, die sich über unsre gesamte, hier besonders reiche Überlieferung hinwegsetzt, nicht hinzuweisen. Die Entscheidung einer Schlacht läßt sich nicht nachträglich am Schreibtisch ausrechnen, und die Übertreibungen der Sachkritik müßten davor warnen, ihr zuliebe nicht nur die Überlieferung bei Livius, sondern dazu die ausdrückliche Angabe des Polybios über Bord zu werfen. Auch was über die Besatzung des kleineren Lagers gesagt wird, ist nicht beweisend. Die Sache ist von J. Kromayer (Antike Schlachtfelder III 1, 1912 S. 344) vollkommen geklärt worden. Wenn schließlich bei Liv. XXII 53, 2-3 nur Tribunen der 1., 2. und 3. Legion erwähnt werden, so legt Cantalupi selbst darauf wenig Gewicht. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß wir es hier mit einer Ausschmückung der Schlachtschilderung zu tun haben, für die ich Antias glaube verantwortlich machen zu dürfen. Geschichtlichen Wert dürften diese. Einzelangaben nicht besitzen. Namentlich können sie nicht verwendet werden, um die Glaubwürdigkeit des Polybios zu erschüttern.

Wenn eine der Quellen des Livius von den Ersatztruppen gesprochen hat, wie sich aus dem Eingang seiner Ausführungen er gibt, so ist es wahrscheinlich, daß diese Quelle auch sonst über die Truppenverteilung Angaben gemacht hat, und zwar andre, als sie in der Variante alii novas eqs. geboten werden. Livius ist aber hier wohl zu bequem gewesen, diese ausführlichen, künstlerisch nicht auszuwertenden Mitteilungen wiederzugeben: er hat sich hier, wie Polybios und wohl auch Coelius, auf die Hauptsache beschränkt. Unsere Überlieferung bietet nur wenig Stoff, um die hier entstandene Lücke auszufüllen. Immerhin haben wir einige Anhaltspunkte. In Gallien stand der designierte Consul L. Postumius mit 2 Legionen (Liv. XXIII 24, 7) : legiones duas Romanas habebat Postumius sociumque ab supero mari tantum conscripserat ut viginti quinque milia armatorum in agros hostium induxerit. Daß hier sich urkundliche Angaben widerspiegeln, ist offenbar. Weiter sind gesichert die 2 Legionen der Scipionen in Spanien. Im übrigen müssen die Besatzungen von Sicilien (2 Legionen) und Sardinien (1 Legion) dort belassen worden sein. Hingegen kann es zweifelhaft erscheinen, ob die Besetzung der Südostküste Italiens bei Hannibals Vormarsch nach Apulien aufrecht erhalten werden konnte. Da nach der Schlacht bei Cannae die Griechenstädte der Küste zu Hannibal abfallen (Liv. XXII 61, 12; Polyb. III 118, 2), kommt eine römische Besatzung dort nicht in Frage. Hingegen hat es noch 2 legiones urbanae gegeben (Liv. XXIII 14, 2), die auch bei der Verteilung der Truppen für das J.215 (Liv. XXIII 31, 3) berücksichtigt werden.

Einschließlich dieser beiden Legionen sind also 17 Legionen aufgestellt gewesen, 4 mehr als zu Beginn des J. 217. Dazu stimmt der Wortlaut des Livius: alii novas quattuor legiones eqs.

Die militärische Leistung Roms ist außerordentlich. Das betont ja unsere Überlieferung. Von den im J. 225 zur Verfügung stehenden Bürgern (250000 Mann zu Fuß und 23000 Reiter, einschließlich der Bürger von Capua: Polyb. II 24, 14) waren beträchtliche Abgänge erfolgt durch die Niederlagen an der Trebia und am Trasimenischen See. Doch betrafen diese die römischen Bürger nicht in solchem Maße, daß sie nicht wenigstens teilweise durch den Nachwuchs der Jahre 225-217 hätten ausgeglichen werden können. Wir dürfen also für das J.216 ungefähr mit 270000 waffenpflichtigen Bürgern rechnen. Selbst wenn wir bei den 17, Legionen überall den erhöhten Bestand annehmen dürfen, o-.was nicht ohne weiteres geboten ist, so beträgt das Aufgebot etwa 'ein Drittel der Wehrfähigen, hält sich also in den Grenzen des Möglichen. Das betont mit Recht auch f. Beloch im Nachwort zur Arbeit von Cantalupi p. 46.

Für die Beurteilung der ljeeresstärken sowohl für den Rest des J. 216 wie für die folgenden Jahre ist es erforderlich, die Verluste bei Cannae festzustellen. Darüber sind die Angaben der . Quellen sehr verschieden. Die höchste Angabe bietet Polybios (III 117, 2 ff.). Nach ihm retten sich von den 6000 Reitern mit dem Consul Varro 70 - wohl in der Hauptsache Mannschaften seiner Stabswache - und 3000 bundesgenössische Reiter 38). Von den Fußsoldaten werden (III 117, 3) 10000 Mann gefangen genommen Éxrós ri juaxr7s. Von der Besatzung des großen Lagers (10000 M.) fallen 2000, der Rest gerät in Gefangenschaft (III 117, 8. VI 58, 2). Dazu kommen 2000 Mann (III 117, 12). So ergibt sich die Summe von 10000 Mann (richtig Kahrstedt S. 216) 11); III 117, 4 faehrt Polybios fort:. Er weiß also nicht, daß Durchbruchsversuche von Teilen der Legionen geglückt sind.

Nach Liv. XXII 49, 13 entkommen 7000 Mann in das kleinere, auf dem rechten Aufidusufer gelegene Lager, 10000 in das größere auf dem linken Ufer, 2000 nach Cannae, wo sie von punischen Reitern eingeschlossen werden. Diese entsprechen wohl den 2000 Gefangenen bei Polyb. III 117, 1240). Varro flüchtet mit 50 Reitern nach Venusia; erst in dieser befestigten Kolonie glaubt er sich offenbar sicher. Die geringe Abweichung von Polybios in der Zahl der ihn begleitenden Reiter (Liv. XXII 49, 3. 50, 3 XXIII 11, 9: 50 Mann, bei Polyb. 70) wäre ohne Bedeutung, wenn nicht Liv. XXV 6, 13 ebenfalls die polybianische Zahl böte. Dieser Unterschied ist jedoch in erster Linie für die Quellenverhältnisse wichtig und kann deshalb hier unbeachtet bleiben 41).

Die Verluste an Toten bestimmt Liv. XXII 49, 15 auf 45500 Mann zu Fuß und 2700 Reiter. Es folgen noch Einzelheiten über hervorragende Persönlichkeiten, die gefallen sind. Sie geben keinen Anlaß zu Mißtrauen, schützen deshalb auch die allgemeine Angabe vor Verdacht. Wir dürfen also hier in letzter Linie Fabius als Quelle annehmen. Zum Schluß wird die Zahl der Gefangenen auf 4500 Mann angegeben. Dies muß man auf die in der Schlacht selbst gefangenen Soldaten deuten 42): capta eo proelio sagt Livius ausdrücklich. Dazu kommen 12800 Mann, die in den Lagern gefangen sind.

Nach Liv. XXV 54, 1 sammelt Varro allmählich 4500 Mann, mit denen er wieder nach Canusium vorrückt, wohin sich Reste des Heeres durchgeschlagen haben43). Diese Angaben sind mit denen des Polybios unvereinbar. Auch Appian (Hann. 25) und Plutarch (Fab. 26, 9) stimmen nicht zu diesen. Beide geben die Zahl der Toten auf 50000 an, d. b. sie runden die bei Livius vorliegende Überlieferung (48200 Mann) einfach ab, gehen aber in letzter Linie auf dieselbe Überlieferung wie dieser zurück. Die gemeinsame Abweichung nötigt uns, zwischen die Urquelle des Livius und die beiden Griechen eine Mittelquelle einzuschieben 44).

Diesen auf römischen Überlieferungen beruhenden Angaben steht die übertriebene Angabe des Polybios gegenüber. Sie ist wohl einfach dadurch entstanden, daß die Gesamtzahl (80000 Mann), um die Zahl der, Gefangenen (10000 Mann) vermindert ist (so richtig H. Delbrück, Geschichte der Kriegskunst la 1908 S.337). Da eine Vergrößerung der Zahl durch Polybios selbst ausgeschlossen eist, dürfen wir diese dem Silenos zuweisen, während bei Livius, Appian und Plutarch eine Überlieferung vorliegt, die in verschie~;denen Brechungen auf Fabius zurückgeht. Bei Livius scheint sie "durch Coelius, bei den beiden Griechen 45) durch Antias vermittelt ,'zu sein was hier nicht näher begründet werden kann aber für Aden vorliegenden Zweck auch ohne Belang ist.

Ist so die Sachlage richtig erkannt, dann darf die niedrigere Angabe der Verluste bei Livius als besser beglaubigt gelten. Das hat für die weitere Überlieferung über die römischen Truppen große Bedeutung. Denn davon hängt ihre Glaubwürdigkeit ab. Von jetzt ab fehlt uns der zusammenhängende Bericht des Polybios und in seinen Bruchstücken ist nichts enthalten, was für unsre augenblicklichen Zwecke von Bedeutung wäre. Immerhin hat ja die bisherige Untersuchung die Möglichkeit gezeigt, grade mit Hilfe der hauptsächlich bei Livius vorliegenden römischen Überlieferung die militärischen Verhältnisse besser aufzuklären, als es durch Polybios geschehen konnte, da dieser in seiner straffen Beschränkung auf die Ereignisse des Hauptkriegsschauplatzes den übrigen Vorgängen nur geringe Beachtung schenkt. Das tut natürlich seiner Bedeutung als Geschichtsforscher keinen Abbruch, aber er beraubt uns durch diese Beschränkung vielfach des Rohstoffes, den die römischen Geschichtsschreiber, die ihm an geschichtlicher Sehschärfe doch unterlegen sind 46), einfach weiter gegeben haben. So ist der Stoff zu Livius gelangt, der ihn ebenfalls in vollkommener Einfalt nicht immer mit unbedingter Genauigkeit, aber doch ohne die Absicht der Entstellung benutzt 47).

Daß Varro nach der Schlacht allmählich etwa ein consularisches Heer wieder zusammenbringt (Liv. XXII54, 6), ist für die weitere Beurteilung der römischen Streitkräfte wichtig. Denn das sind die berüchtigten zwei legiones Cannenses, die seit dem J. 215 in Sicilien unter erschwerten und ehrenrührigen Bedingungen Kriegsdienstes leisten 48). Nach der Schlacht handelte es sich zunächst darum, möglichst bald wieder eine wenigstens in der Verteidigung verwendbare Truppe zusammenzubringen. Neben den Trümmern des geschlagenen Heeres, aus denen 2 Legionen gebildet wurden, gab es felddienstfähige Landtruppen zunächst nicht. Bevor der Praetor M. Claudius Marcellus zur Übernahme dieser Truppe nach Canusium abgeht, bildet er aus Flottenmannschaften die legio tertia (Liv. XXII 57, 8): M. Claudius Marcellus ab Ostia mille et quingentos milites quos in classem scri ptos habebat, Romam ul urbi praesidio essent mittít; ipse legione classica - ea legio tertia erat-cum tribunis militum Teanum Sidicinum praemissa eqs. Hier sind deutlich unterschieden die 1500 Mann, die eben erst für den Flottendienst ausgehoben sind und zum unmittelbaren Schutze der Stadt nach Rom überführt werden - für diese Aufgabe ließen sich auch die nicht ausgebildeten Mannschaften verwenden und die legio classica, die bereits vollkommen organisiert ist. Sie 2 wird als dritte Legion bezeichnet. Die Anmerkung Weißenborns: tertia ist wohl einer anderen Quelle entnommen als XXIII 27, 10 (217) und 57, 2 (216), wo die dritte Legion bei dem Landheere ist, erklärt den Tatbestand nicht. Auch Steinwenders Auffassung (Die römische Bürgerschaft, in ihrem Verhältnis zum Heere. Progr. :Danzig 1888 S. 9), daß diese Legion als legio classica die Nummer III , befriedigt nicht. Die Sache liegt doch wohl ganz einfach so: Idas Heer der beiden Consuln hatte die Legionen I- VIII umfaßt - das gewöhnliche Aufgebot des Heers für die beiden Consuln wurde aus den Legionen I- IV gebildet; wenn es im J. 216 verdoppelt wird, so wird man dafür die Legionsnummern I-VIII ansetzen müssen. - Sie waren bei Cannae vernichtet, aus ihren Trümmern hatte Varro ein consularisches Heer gebildet. Denn um verwendbar zu sein, mußten die Truppen formiert und eingeteilt werden. Das waren also nun die Legionen I, II. Zu ihnen gesellt sich die legio classica, die zum Landheer versetzt wird und nun als nächste verwendungsfähige Truppe die Nummer III erhält, falls hier nicht einfach die Zahl der Legionen gemeint ist. Außer diesen Truppen, die zwar nicht großen militärischen Wert hatten, aber doch wenigstens sofort verwendungsbereit waren, hebt der Diktator unter außerordentlichen Maßregeln das übliche diktatorische Heer von 4 Legionen aus (Liv. XXII 57, 9). Als der Senat den besiegten Consul nach Rom entbietet, sendet er den Praetor M. Marcellus nach Canusium zur Ablösung des Consuls (XXII 57, 1). Dieser führt die Trümmer des geschlagenen Heeres aus Apulien in die castra Claudiana bei Suessula (XXIII 31, 5).

In Rom werden unter Heranziehung der jüngsten Jahrgänge Aushebungen vorgenommen, aus denen der Diktator M. Junius Pera 4 Legionen bildet (XXII 57, 9). Die Hervorhebung der jüngsten Jahrgänge deutet an, daß die 2 legiones urbanae dazu herangezogen sind. Die dazu gehörigen Bundesgenossen werden aufgeboten, das Heer durch 8000 freigekaufte Sklaven verstärkt (XXII 57, 11). Sie sind ebenfalls in die 4 Legionen. eingereiht. Daß sie nicht neben den 4 Legionen eine selbständige Truppe (volones) gebildet haben, wie es Livius gemeint zu haben scheint, ergibt sich aus Liv. XXIII 32, 1: die Consuln des folgenden Jahres übernehmen das Heer des Diktators und die volones; beide können also zu-, sammen nicht mehr als 4 Legionen gebildet haben. Grade aus der Unklarheit des Livius dürfen wir schließen, daß hier ältere Überlieferung vorliegt. Es scheint, daß nach dem Abrücken dieses, Heeres 2 neue legiones urbanae aufgestellt sind. Am Schlusse des J. 216 verfügt also der Senat über folgende Truppen (Cantalupi p. 26)

4 Legionen unter dem Diktator M. Junius Pera in Campanien.

2 legiones urbanae.

2 legiones Cannenses in den castra Claudiana in Campanien.

2 Legionen in Spanien. 2 Legionen in Sicilien. 1 Legion in Sardinien.

Dazu 1 legio classica zum Schutz der Küste Italiens.

 

Das Jahr 215

Nach Ablauf der Diktatur werden die Truppen für das J. 215 folgendermaßen verteilt (Liv. XXIII 32, 1-4. 11-20):

Aus den 4 Legionen des Diktators werden die beiden consularischen Heere gebildet. Liv. XXIII 32, List ungenau, wenn er den Consul Q. Fabius das Heer des Diktators übernehmen läßt und dem andern Consul Ti. Sempronius Gracchus die volones49) und 25000 Bundesgenossen zuschreibt. Hier liegt derselbe Irrtumso) zugrunde wie XXII 57, 9. 11. Daraus ist zu folgern, daß bereits in Livius' unmittelbarer Vorlage Verwirrung angerichtet war, weil man diese mit geringerer Wahrscheinlichkeit Livius selbst zuweisen kann. Fraglich erscheint, ob die Zahl der Bundesgenossen ich ursprünglich auf beide consularische Heere bezieht. Ich halte dies für wahrscheinlich, da eine so starke Beigabe von Bundes~genossen zu 2 Legionen sonst uns nicht bekannt ist.

Die nach der Bildung des diktatorischen Heeres neu aufgestellten 2 legiones urbanae werden nach Cales aufgeboten und unter dem Befehl des Marcellus in die castra Claudiana bei Suessula .geführt. Die dort befindlichen 2 legiones Cannenses werden unter "dem Praetor Ap. Claudius nach Sicilien verlegtb1), wo sie dauernd als Besatzung bleiben. Die dort stehenden 2 Legionen werden dem Praetor M. Valerius Laevinus überwiesen, der mit ihnen nach Apulien rückt (Liv. XXIII 32, 16), um die unter Terentius stehen den Truppen abzulösen, denen die Deckung der Südostküste Italiens zugewiesen wird. Was das für Truppen sind, ist aus Livius nicht zu erkennen. Hier.liegt also ungenaue Berichterstattung vor. Die 2 spanischen Legionen verbleiben natürlich auf dem bisherigen Kriegsschauplatz. Der Praetor Q. Mucius Scaevola übernimmt das Kommando in Sardinien (Liv. XXIII 30, 18. 32, 2). Infolge seiner Erkrankung geht es auf T. Manlius Torquatus über, der bereits früher als Consul (235 v. Chr.) in Sardinien gekämpft hatte (Liv. XXIII 40, 1. 34, 15). Dessen Heer hat eine Stärke von 22000 Mann zu Fuß und 1200 Reitern, wobei allerdings die socii navales, die er zum Dienst an Land heranzieht, eingerechnet sind. Schon aus der Zahl der Reiter läßt sich schließen, daß das Heer nun aus 2 Legionen bestand: die 1200 Reiter entsprechen bei niedrigem Etat dieser Stärke: 2 x 200 römische und 2 x 400 bundesgenössische Reiter. Eine Legion stand bereits in Sardinien und im J. 215 werden 5000 Mann zu Fuß und 400 Reiter dem Heere zugeführt. Am Schlusse des Jahres befördert Manlius, nachdem die Erhebung des Hampsicoras niedergeworfen ist, die von ihm mitgebrachten Truppen wieder heim (XXIII 41, 7), so daß also nun wieder 1 Legion in Sardinien verbleibt.

Da nach der Vernichtung des unter L. Postumius stehenden Heeres in Gallien (XXIII 24, 7, s. S. 60) die Nordgrenze gefährdet war, wird der Consul des J.216 Varro mit Aushebungen in Picenum beauftragt (XXIII 32, 19). Zu den 13 Legionen, über die der Senat am Ende des J. 216 verfügte die legio classica ist natürlich nicht eingerechnet -, kamen im J. 215 also die eine Legion des Manlius in Sardinien, die am Schluß des Jahres wieder aufgelöst wurde, und das vor der Hand noch nicht organisierte Aufgebot des Varro in Picenum. Somit war der Bestand am Schluß des j. 215, ebenfalls 13 Legionen.

 

Das Jahr 214

Über die Truppenverteilung des J. 214 berichtet Liv. XXIV 10, 3.11, 2 sq.: Im ganzen sind 18 Legionen gebildet, wovon 6 neu ausgehoben werden. Livius gibt die Verteilung im einzelnen an: je 2 Legionen erhalten die Consuln Q. Fabius Maximus und M. Claudius Marcellus, je 2 kommen auf Gallien (d. h. den ager Gallicus), Sicilien und Sardinien; Ti. Gracchus behält seine volones (2 Leg.) bei Luceria, 2 erhält der Praetor Q. Fabius, der Sohn des Cunctators, zum Schutze von Apulien. Aus dem Aufgebot Varros in Picenum war 1 Legion gebildet. M. Valerius Laevinus deckt mit 1 Legion die Südostküste bei Brundisium, wo das Eingreifen Philipps besondere Vorsichtsmaßregeln erforderte. Dazu kommen 2 legiones urbanae. Es fehlen die 2 spanischen Legionen, die selbstverständlich auf ihrem Kriegsschauplatze bleiben. Dieser Umstand bedarf einer besonderen Erklärung. Nach Coelius (Liv.XXV 32, 1) war für die J. 214, 213 aus Spanien nichts Besonderes zu berichten. Deshalb hat Livius für 214 die Ereignisse auf dem spanischen Kriegsschauplatze nach Antias berichtet (XXIV 41- 42) 52). Außerdem fehlt die Besetzung der castra Claudiana, die im J. 215 mit 2 Legionen belegt waren und auch im folgenden besetzt gewesen sein müssen: Liv. XXIV 17, 2. Am Ende des J. 215 war der Bestand an Truppen 13 Legionen gewesen, wozu noch das inzwischen zu i Legion formierte Aufgebot des Terentius Varro in Picenum gekommen war. Wenn 6 neue Legionen aus

gehoben wurden, so würde Rom zu Beginn des j. 214 mit 20 Legionen auf dem Kampfplatz erschienen sein. Die von Livius im einzelnen aufgezählten Truppen ergeben im ganzen, einschließlich zweier legiones urbanae, 18 Legionen. Dazu sind noch die 2 Legionen in Spanien zu rechnen sowie die Besatzung des Lagers bei FSuessula. Diese wird Liv. XXIV 17, 2 erwähnt. Sie hat gewöhnlich die Stärke von 2 Legionen. Der an dieser Stelle genannte ,Propraetor Poinponius kann nicht mit dem XXIV 10, 3 erwähnten M' Pomponius gleichgesetzt werden, da dieser mit seinen 2 Legionen den ager Gallicus besetzt hat und seine Truppen nach Ablauf des Jahres seinem Nachfolger P. Sempronius Tuditanus übergibt.

Die Zahl von 18 Legionen stimmt nur dann, wenn die 2legiones urbanae nicht mitgezählt sind. Sie sind also aus dem Vorjahre übernommen worden und werden bei den Neuaufstel,lungen nicht berücksichtigt.

Welche von den 18 Legionen die 6 neu ausgehobenen sind, läßt sich nur durch Vermutung bestimmen. Sicher zu den alten Legionen gehören die spanischen 53), die sicilischen, die volones des Ti. Gracchus, die eine sardinische Legion, die Legionen des Praetors .e Q. Fabius, wohl auch die des Laevinus.

 

Das Jahr 213

Für das Jahr 213 gibt Livius (XXIV 44, 1-7) keine Summenzahl. Wir müssen sie also aus seinen sonstigen Angaben errechnen. Deutlich ist das Bestreben erkennbar, die Truppen möglichst auf dem Kriegsschauplatz zu belassen, auf dem sie im Vorjahre tätig waren. Auch der Wechsel im Kommando wird möglichst vermieden. Es bildet sich also hier allmählich das Bestreben heraus, Truppe und Führer in festeren Zusammenhang zu bringen.

Der Consul Ti. Gracchus behält seine 2 legiones volonum, der andere Consul Q. Fabius filius übernimmt das Heer seines Vaters. Dessen 2 Legionen bei Luceria treten unter den Befehl des Praetors M. Aemilius Lepidus 54). Der Praetor P. Sempronius Tuditanus übernimmt mit dem Posten Ariminum die dort stehenden 2 Legionen des M. Pomponius. Die 2 legiones urbanae vom J. 214 führt der Praetor Cn. Fulvius Centimalus in das Lager von Suessula, das als Rekrutendepot verwendet wird (vgl. auch XXIV 47, 13). In Sicilien kämpft Marcellus als Proconsul mit seinen 2 Legionen, außerdem stehen dort die 2 legiones Cannenses, deren Kommando der Propraetor M. Lentulus behält. Mit seiner. Legion wird dem Propraetor M. Valerius Laevinus als Provinz Graecia et Macedonia zugewiesen 55). Q. Mucius Scaevola behält seine 2 Legionen in Sardinien. Ebenso verbleibt der Proconsul Terentius Varro mit seiner Legion in Picenum. Zu diesen 18 alten Legionen kommen noch die 2 spanischen und 2 neu aufgestellte legiones urbanae. Ausdrücklich wird in diesem Jahre die Aushebung von Ersatzmannschaften für die Legionen und für die Bundesgenossen - diese in der Höhe von 20000 Mann - bezeugt (XXIV 44, 6.7).

Diese Tatsache wird selten ausdrücklich hervorgehoben, ist aber als Regel vorauszusetzen.

 

Das Jahr 212

Völlig klar liegen die Verhältnisse für das J.212, über die Liv. XXV 3, 1-7 berichtet. Die Consuln Q. Fulvius Flaccus und Ap. Claudius treten Hannibal gegenüber. Fulvius übernimmt das Heer seines Amtsvorgängers Q. Fabius, Claudius die Legionen des Centimalus, die im J. 214 als legiones urbanae gebildet waren und im J. 213 im Reservelager bei Suessula ihre Ausbildung erhalten hatten. Der Praetor Cn. Fulvius Flaccus übernimmt bei Luceria die Truppen und die Aufgabe seines Amtsvorgängers M. Aemilius. Der Praetor C. Claudius Nero rückt mit der von Varro Ende 215 ausgehobenen und seitdem befehligten Legion ins Lager von Suessula. Diese Truppe kommt also jetzt in die Nähe des Kriegsschauplatzes 56). Die 2 legiones urbanae vom J. 213 kommen unter dem Befehl des Praetors M. junius nach Etrurien. Der Proconsul Ti. Gracchus übernimmt mit seinen 2 legiones volonum Lucanien, 4 P. Sempronius Tuditanus bleibt in Ariminum mit seinen 2 Legionen. In Sicilien bleiben im Westen die 2 legiones Cannnenses unter P. Lentulus, im Osten setzt Marcellus mit 2 Legionen die Belagerung von Syrakus fort. Sardinien bleibt mit 2 Legionen dem Q Mucius Scaevola unterstellt. Sollte die Legion des M.Laevinus (Graecia) mitgezählt sein, so müßte Mucius nur 1 Legion gehabt haben. Dazu kommen noch die 2 Legionen der Scipionen in Spanien und 2 neue legiones urbanae. Das ergibt die Summe von 23 Legionen, die Liv. XXV 3, 7 angibt. Dieser hohe Stand wurde nur mit besonderen Anstrengungen aufgebracht (XXV 5, 5-9).

Die kriegerischen Ereignisse des J. 212 brachten stärkere Veränderungen im Bestarid der Truppen mit sich. Zunächst wurden die 2 Legionen des Ti. Gracchus (volones) aufgelöst. Unsere Überlieferung ist verworren, aber der Versuch ist nicht aussichtslos, sie aufzuklären, wenn man die Erzählung der drei Quellen, die Livius hier heranzieht, genauer betrachtet: XXV 15, 18-17, 7. Er berichtet richtet zunächst nach Antias, daß Gracchus mit der Reiterei und den Leichtbewaffneten nach Benevent befohlen wird, um etwaigen Unternehmungen Hannibals gegen die Belagerungsarmee von Capua entgegenzutreten. Bevor er abrückt, deutet ein Prodigium beim Opfer auf eine Gefährdung seines Lebens. Durch die Hinterlist eines Lucaners Flavus, der mit dem in Bruttium stehenden punischen Obersten Mago verräterische Beziehungen angeknüpft hat, wird Gracchus veranlaßt, mit seinen Lictoren und einer Schwadron sich vom Lager zu entfernen. Er wird vom Feinde überfallen und fällt in tapferem Kampfe. Als Örtlichkeit werden die campi veleres in Lucanien genannt, für deren Bestimmung wir keinen Anhaltspunkt haben").

Auf einen andern Schauplatz verlegt Coelius ,den Vorfall (XXV 17, 1). Nach ihm hat Gracchus den Befehl, nach Benevent zu rücken, bereits ausgeführt und fällt, als er unvorsichtig in einiger Entfernung vom Lager mit seinen Lictoren und drei Sklaven badet. Eine dritte Fassung, die wir Claudius zuweisen dürfen, verschiebt nur die Begründung: Gracchus habe sich 500 Schritt vom Lager entfernt, um das Prodigium an reiner Stelle (loco puro) zu sühnen, und sei zwei Schwadronen von Numidern in die Hände gefallen. Auch hier spielt sich der Vorgang in Lucanien ab. Den Anlaß zu dieser verschiedenen Überlieferung dürfte das doppelte Vorkommen des Flußnamens Calor gegeben haben: 1. heißt so ein südlicher Nebenfluß des Silarusb8), 2. der Nebenfluß des Volturnus, an dem Benevent liegt.

Der dreifachen Erzählung vom Tode des Gracchus entsprechen drei verschiedene Berichte über seine Bestattung:

1. Er sei von den Seinen im römischen Lager bestattet worden.

2. Hannibal habe ihn im punischen Lager feierlich verbrennen lassen und selbst an der Feier teilgenommen.

3. (Coelius) der Feind hat nur den Kopf des Gracchus zu Hannibal gebracht, und von diesem ist er ins römische Lager gesandt, wo dann unter Teilnahme der Beneventaner die feierliche Bestattung stattgefunden habe.

Die zweite Fassung kennt aus der Quelle des Livius Val. Max. V I ext. 6; ebenso berichtet auch Diod. XXVI 16. Diese Fassung verbindet sich schon durch die Ausführlichkeit der Darstellung mit der Haupterzählung des Livius, der die knapp gegebene erste Fassung unmittelbar an die an zweiter Stelle gegebene Variante, also wohl aus Claudius, anfuegt.

Da also die Fassung des Antias bei Diodor vorliegt, der jedenfalls von der älteren Annalistik abhängt, dürfen wir schließen, daß auch Antias' Bericht über die Vorgänge beim Tode des Gracchus, mag er auch von ihm ausgeschmückt sein, im Grunde auf älterer Überlieferung beruht. Das dürfte schon deshalb wahrscheinlich sein, weil, weder Antias noch Claudius den Fluß Calor genannt haben. Das folgt unmittelbar aus Livius, der sonst doch die Namensgleichheit der beiden Flüsse Calor bei Antias und Coelius betont haben würde. So dürfen wir annehmen, daß die alte Überlieferung die Stätte von Gracchus' Tode nach dem Fluß Calor bezeichnet hatte 59).

Es fragt sich nun, welchen von beiden Flüssen sie gemeint hat. Wir dürfen die Frage so stellen: ist es wahrscheinlicher, daß Coelius an Stelle des lucanischen den samnitischen Fluß eingesetzt habe ` oder daß die andere Überlieferung umgekehrt verfahren sei?

Da der samnitische Fluß wohl der bekanntere war und der Befehl den Gracchus nach Benevent gerufen hatte, lag es doch näher, daß zwischen diesen beiden Punkten ein Zusammenhang hergestellt wurde, d. h. daß Coelius, der in seiner Quelle den Fluß Calor gefunden hatte, ihn mit dem samnitischen, der ihm aus dem Bericht über die Ereignisse des J. 214 (vgl. Liv. XXIV 14, 2, wo er aber nicht Quelle ist) geläufig war, gleichsetzte und den Vorfall dorthin verlegte. Bei der sonstigen unbefangenen Rücksichtslosigkeit des Coelius in geographischen Dingen ist diese Annahme ohne weiteres zulässig. Da er von römischen Schriftstellern nachweislich Fabius benutzt hat, ist es wahrscheinlich, daß dieser den Tod des Gracchus in der Nähe des Calor bezeugt hatte. Alle Einzelheiten sind aber Ausschmückungen der späteren Überlieferung. Es ist lehrreich, daß wir dies hier an einem sicheren Beispiel erkennen können. Claudius hat die Geschichte von dem Sühnungsversuch des Prodigium erfunden, weil das Prodigium ihm feststand. Dieses dürfte also auch zum gesicherten Bestand der Überlieferung gehören.

Der Tod des Gracchus hatte für sein Heer wichtige Folgen. Es lief auseinander, weil die volones sich durch ihren Fahneneid nur an den Feldherrn persönlich gebunden glauben (XXV 20, 4). Wenn auch der Senat durch einen Kommissar die volones wieder zu den Fahnen rufen läßt, so ist doch die Truppe aufgelöst 60). Also scheiden 2 Legionen aus dem Bestande aus. Mit Recht betont Cantalupi p. 29, daß die später (im J. 206) als volones bezeichnete Truppe (XXVII 38, 8. 10. XXVIII 10, 11) eine Neubildung ist, zu der die früheren volones aufgeboten sind 61). Sie sind also zwar nach Möglichkeit wieder zusammengesucht, aber noch nicht sogleich wieder eingestellt worden.

Eine weitere Veränderung im Bestand des Heeres ergab sich durch die Vorgänge des J. 212 bei Herdonea. In Apulien steht der Praetor Cn. Fulvius Flaccus mit 2 Legionen, und zwar ist sein Stützpunkt die Colonie Luceria (XXV 3, 4). Er hatte dort einige zu Hannibal abgefallene Städte zurückerobert und war durch den Erfolg sorglos geworden (XXV 20, 6). Da Hannibal dies erfahren hat, rückt er nach Apulien und stößt bei Herdonea mit dem Heere des Praetors zusammen. Da die Soldaten zum Kampfe drängen, versäumt Fulvius seine Pflichten als Führer, indem er die Schlachtordnung nicht streng durchführt, und erleidet eine schwere Niederlage: von den 18000 Mann seines Heeres (= 2 Legionen zu 4000 Bürgern und 5000 Bundesgenossen) entkommen nur 2000 Mann; Fulvius selbst rettet sich mit 200 Reitern (XXV 21, 10). Die Überbleibsel des Heeres werden in die legiones Cannenses eingereiht und müssen unter denselben Bedingungen wie diese dienen (XXVI 1, 9). Weil Fulvius die Manneszucht im Heere nicht erhalten habe und deshalb für die Niederlage verantwortlich sei, macht ihm C. Sempronius Blaesus den Prozeß (XXV 12, 7). Fulvius entzieht sich seiner Durchführung, indem er in die verbündete Stadt Tarquinii in die Verbannung geht (XXVI 3, 12). In derselben Gegend erleidet der Proconsul Cn. Fulvius Centumalus im J. 210 eine Niederlage. Mit fast allen Offizieren fällt Fulvius. Die Verluste werden in den Quellen des Livius verschieden angegeben: 13000 oder 7000 Mann sollen gefallen sein. (XXVII 1, 13).

Cantalupi p. 30 faßt beide Berichte als Verdopplung desselben Ereignisses aufó2). Falsche Ansetzung einer kriegerischen Unternehmung ist in der Darstellung der älteren Zeit nicht selten. In der Erzählung des 2. punischen Krieges kommen Störungen in der zeitlichen Ansetzung nur vor, wenn griechische Berichte mit römischen verbunden werden (z. B. bei den sicilischen Kämpfen des Marcellus: G. Tuzi, Studi di storia antica 1 1891, 81-97) oder wenn Ereignisse verschiedener Kriegsschauplätze verbunden werden. In unserem Falle ist aber außer dem Namen der Stadt Herdonea und des Fulvius nichts ähnlich. Beide Persönlichkeiten dieses Namens sind uns wohl bekannt. Ich halte daher Cantalupis Annahme für verkehrt. Die Legionen des Cn. Fulvius Flaccus scheiden also ebenfalls -aus. Sie sind auch bei der Truppenverteilung des nächsten Jahres nicht berücksichtigt (XXVI 1, 2 sq.).

Unter dem J. 212 berichtet Livius auch den Untergang der Scipionen in Spanien (XXV 32-36). Der Bericht stammt aus anderer Quelle als XXIV 41.42: die Worte: cum biennio Ferme nihil admodum memorabile factum esset (XXV 32, 1) setzen voraus, daß in der Quelle dieses Stückes für die 2 Jahre vorher nichts erzählt war. Die Beziehung zu Polybios (VIII 38: Liv. XXV 36, 7) weist auf Coelius als unmittelbare Quelle des Livius. An die Nachricht vom Tode des Cn. Scipio ist eine Variante angeschlossen (XXV 36, 13), die aus Antias stammt. In ihr stimmt die Zeitbestimmung nicht zu der Ansetzung des Coelius: anno octavo postquam in Hispaniam venerat Cn. Scipio führt auf das J. 211. Diese richtige Zeitbestimmung beherrscht die weitere aus Antias entnommene Erzählung (XXV 38, 6).

 

Das Jahr 211

Im J. 212 hatte Rom 23 Legionen aufgestellt. Davon sind in Abgang zu stellen 4: 2 des Gracchus (in Lucanien) und 2 des Cn. Fulvius Flaccus (in Apulien). Über die Truppenverteilung des J. 211 unterrichtet uns Liv. XXVI 1. Allerdings sind seine Angaben unvollständig. Die Summe wird auf 23 Legionen angegeben. Im einzelnen erfahren wir folgendes:

Die beiden Consuln des Vorjahres bleiben mit ihren 4 Legionen vor Capua. Ebenso behalten ihr Kommando und ihre Truppen M. Junius in Etrurien, P. Sempronius Tuditanus in Gallien, M. Marcellus in Sicilien (3 x 2 Legionen). Die 2 legiones Cannenses in Westsicilien übernimmt an Stelle des L. Cornelius Lentulus der Praetor C. Sulpicius. Ihnen werden als Ersatz die Überreste des bei Herdonea unter Cn. Fulvius geschlagenen Heeres zugewiesen. Wird hier in diesem besonderen Falle der Ersatz ausdrücklich erwähnt, so bezeugt die Angabe über den Ersatz der Legionen des Marcellus (XXVI 1, 7): si supplemento opus esset, suppleret de legionibus quibus P. Cornelius propraetor in Sicilia praeesset, dum nequem militem legeret ex eo numero quibus senatus missionem reditumque in patriam negasset ante belli finem, daß in den legiones Cannenses auch andere Soldaten dienten, d. h. daß auch diesen Legionen supplementa zugeführt worden sind. Von diesen berichtet unsere Überlieferung sonst nur wenig; -wir müssen sie aber überhaupt als regelmäßig voraussetzen, wie es vom militärischen Standpunkte selbstverständlich ist. Weiter werden die 2 Legionen des Q. Mucius in Sardinien dem P. Cornelius Lentulus überwiesen, und schließlich ist die Rede von den Flotten des T. Otacilius bei Sicilien, der 2 Legionen, d. h. 2 legiones classicae, hat, und des M. Valerius Laevinus in Griechenland, der 1 Legion behält. Rechnet man diese 3 Legionen mit, so ergibt sich aus der livianischen Einzelaufzählung die Summe von 17 Legionen 63).

Es fehlen zunächst die beiden consularischen Heere (4 Legionen). Sie standen unter Cn. Fulvius Centimalus und P. Sulpicius Galba in Apulien (XXVI 22, 1). Nach XXV I 7, 2 befürchtet Hannibal, daß die Consuln seine Zufuhr unterbinden könnten. Daraus folgt, daß die Consuln, wie gewöhnlich, den Oberbefehl gegen Hannibal hatten. Weiter erfahren wir nicht, was mit den Truppen im Lager von Suessula geschieht, die im J. 212 unter Ti. Claudius Nero gestanden hatten. Aus XXVI 5, 8. 8, 9 ergibt sich, daß sie zur Belagerung von Càpua herangezogen worden sind. Wenn für ihn die Verlängerung des Kommandos nicht ausdrücklich erwähnt wird, so erklärt sich das einfach .aus der Tatsache, daß er als Propraetor dem Oberbefehl der Consuln unterstand. Zu den 17 oben erwähnten Legionen kommen also noch 6 hinzu, so daß die Summe von 23 Legionen (so Liv. XXVI 1, 13) erreicht wird.

Fraglich kann erscheinen, ob die beiden spanischen Legionen noch mitzuzählen sind, da von ihnen nach dem Untergang der Scipionen nur noch Trümmer übrig sind und sie erst nach der Er`oberung von Capua aufgefüllt werden (XXVI 17, 1). Zu diesen Mannschaften (12000 Mann + 1100 Reiter)64), die aus den alten Legionen herausgezogen wurden und mindestens die Auflösung zweier Legionen bedingten, werden weiter 10000 Mann zu Fuß und 1000 65) Reiter unter dem Propraetor M. Silanus nachgesandt. Im ganzen betragen also die Ersatzmannschaften 22000 Mann zu Fuß und 2100 Reiter. Die Zahl entspricht mit den Resten des scipionischen Heeres 4 Legionen. Aber zu Beginn des Jahres gab es in Spanien kein verwendungsfaehiges Heer. Deshalb stimmt die Summe von 23 Legionen. Daß sie aus der livianischen Erzählung sich nicht ohne weiteres ergibt, kann als Beweis dafür dienen, daß seine Darstellung einiges weggelassen hat, was in der Quelle stand.

Während Hannibal durch seinen kühnen Vormarsch auf Rom die Belagerungsarmee von Capua von ihrer Aufgabe abzuziehen sucht, soll der Proconsul Q. Fulvius mit ausgewählten Soldaten der 3 vor Capua lagernden Heere in der Stärke von 15000 Mann zu Fuß und 1000 Reitern auf der via Appia in der Richtung auf Rom abgerückt und dort eingezogen sein, als Hannibal 8 römische Meilen von der Stadt entfernt ein Lager aufgeschlagen hatte, (XXVI 10, 1). Von diesem Marsche der Proconsuls weiß Polyb. IX 6, 6 nichts, ja was er sagt, steht im Widerspruch dazu, weshalb man diesen Marsch des Fulvius nicht als geschichtlich ansehen darf. Nach Polybios' Darstellung sind die Consuln Cn. Fulvius Centumalus und Sulpicius Galba noch mit den Aushebungen beschäftigt: sie haben gerade für den Tag, als Hannibal vor Rom erscheint, die Mannschaften eines arearo' rròov nach Rom entboten und waren mit der Aushebung einer zweiten beschäftigt. Da beide Consuln noch in Rom sind66), wird man Qrearórveaov hier nicht als Legion, sondern als Heer verstehen dürfen. Dann wird man in den Legionen, deren marayQQa(prl vollendet war und die neu aufgeboten waren, die beiden legiones urbanae von 212 erkennen müssen, über deren Verwendung Liv. XXVI 1 nichts bemerkt.

 

Das Jahr 210

Die Eroberung von Capua bedeutete eine wesentliche Entlastung für die römischen Streitkräfte. So erklärt es sich, daß für das neue Jahr beträchtliche Entlassungen stattfanden, die wohl auch durch die schwierige Finanzlage bedingt waren. Der Bericht liegt uns bei Liv. XXVI 28, 3-13 vor. Aufgelöst werden die 2 Legionen, mit denen Marcellus seit 214 in Sicilien, und die 1, mit der Laevinus in Griechenland gekämpft hatte (XXVI 28, 1. 9). Außerdem wurde das Heer des Q. Fulvius Flaccus vor Capua durch Entlassung von Mannschaften auf 1 Legion herabgesetzt. Im ganzen sind also 4 Legionen entlassen. Die übrigen 4 Legionen vor Capua wurden zur Neubildung des spanischen Heeres verwendet, die wegen der Niederlagen der Scipionen notwendig geworden war: 2 Legionen unter dem Propraetor C. Nero werden aus dessen 2 Legionen in Verbindung mit den Resten des spanischen Heeres gebildet (XXVI 17, 1-3). Durch die weiteren Verstärkungen (XXVI 19, 10) unter dem Propraetor M. Junius Silanus wird das Heer auf 4 Legionen erhöht (vgl. XXVII 36, 12. Schemann p. 43. Cantalupi p. 10). Den Oberbefehl hat der junge Scipio.

Im übrigen ist die Truppenverteilung folgende: die Consuln erhalten je 2 Legionen, die im Vorjahre auf Nebenkriegsschauplätzen, in Etrurien und Gallien, gestanden hatten. Marcellus übernimmt den Oberbefehl gegen Hannibal, Laevinus die sicilische Flotte mit 2 Legionen. Ihm werden auch die 2 legiones Cannenses des Praetors L. Cincius unterstellt. Die 2 legiones urbanae des J.211 werden unter dem Praetor von 211 C. Calpurnius Piso nach Etrurien, die 2 Legionen, die das consularische Heer des Sulpicius gebildet hatten, nach Gallien verlegt67). Das Kommando über dieses Heer erhält der Praetor C. Laetorius (XXVII 7, 11). Der Consul des Vorjahres Cn. Fulvius Centumalus behält seine 2 Legionen in Apulien. Die 2 sardinischen Legionen treten unter den Befehl des Praetors P. Manlius Vulso. 2 legiones urbanae werden neu aufgestellt. Das ergibt im ganzen die Summe von 21 Legionen, die Livius bezeugt.

Im Verlaufe des Feldzuges scheiden 2 Legionen aus: Cn. Fulvius erleidet bei Herdonea eine schwere Niederlage und fällt selbst im Kampfe (XXVII 1). Der Rest seines Heeres flieht zu Marcellus, der , in Samnium steht. Dementsprechend fehlen die beiden Legionen bei der Truppenübersicht des J. 209. Ihre übriggebiiebenen Mannschaften werden in die legiones Cannenses eingereiht und denselben schimpflichen Bedingungen unterworfen wie die Flüchtlinge von Cannae (XXVII 7, 13).

 

Das Jahr 209

Die Übersicht bei Liv. XXVII 7, 7-17 bietet keine Schwierigkeiten. Im ganzen sind 21 Legionen aufgeboten. Die Consuln Q. Fabius und Q. Fulvius Flaccus bleiben beide hin Italien. Fabius übernimmt die 2 Legionen, die im Vorjahre in Etrurien standen, zum Kampfe vor Tarent. Fulvius bekämpft ,Hannibal in Lucanien und Bruttium mit den 2 Legionen, die im J. 210 Laevinus in Sicilien gehabt hatte. Die 2 legiones urbanae von 210 kommen nach Etrurien, wo C. Calpurnius Piso den Oberbefehl behält. Der Praetor T. Quinctius Crispinus erhält die 1 Legion des Q. Fulvius bei Capua, der Praetor L. Veturius Philo 88) 2 Legionen des C. Laetorius bei Ariminum. Marcellus behält seine 2 Legionen und verbleibt in Apulien. In Sicilien befehligt weiter der Proconsul M. Laevinus, dem die 2 legiones Cannenses unter dem Propraetor L. Cincius unterstellt werden. Die 2 sardinischen Legionen übernimmt der Praetor C. Aurunculeius von P. Manlius Vulso. P. Sulpicius behält mit 1 Legion und seiner Flotte Macedonien als Provinz. Woher diese Legion kommt, ist zunächst unklar. Da er im Vorjahre nur die socii navales behält (XXVI 28, 9), kann er nur eine legio elassica gehabt haben. Dem entspricht Liv. XXVII 22, 10, wo bloß die Flotte erwähnt ist. In Spanien verbleiben 4 Legionen unter Scipio und Silanus. Dazu kommen noch 2 legiones urbanae, die zwar XXVII 7 nicht erwähnt, aber XXVII 22, 10 vorausgesetzt werden. Da Livius die Summe nicht angibt, fehlt uns eine Prüfungsmöglichkeit. Die Einzelangaben führen auf eine Zahl von 21 Legionen, also ebenso viele als im J. 210.

 

Das Jahr 208

Auch in diesem Jahre sind 21 Legionen aufgestellt (Liv. XXVII 22). Die Consuln M. Marcellus und T. Quinctius Crispinus übernehmen für den Kampf gegen Hannibal je 2 Legionen. Es wird ihnen die Wahl gelassen unter den 4 Legionen ihrer Vorgänger und den 2 des Marcellus. Das dritte dieser Heere führt der Praetor Q. Claudius Flamen nach Tarent. Der Praetor Sex. Julius Caesar übernimmt Sicilien mit den 2 legiones Cannenses. Der Proconsul Q. Fulvius Flaccus erhält den Befehl über die bei Capua stehende 1 Legion, die T. Quinctius, der jetzige Consul, befehligt hatte. Der Praetor urbanus von 209 C. Hostilius folgt dem C. Calpurnius im Oberbefehl über die 2 etrurischen Legionen. L. Veturius Philo und C. Aurunculeius behalten ihr Kommando in Gallien und Sardinien mit je 2 Legionen. Das gleiche gilt von den vier spanischen Legionen des Scipio und Silanus. Dazu kommen die 2 legiones urbanae des Vorjahres, über die nicht verfügt war. Die Veränderungen sind also unbedeutend. Die Zahl von 21 Legionen stimmt zur Summe, die Livius angibt (XXVII 22, 13).

 

Das Jahr 207

Da im J. 207 der Einfall Hasdrubals in Italien zu erwarten stand, wird die Zahl der Legionen wieder auf 23 erhöht. Ihre Verteilung ergibt sich aus Liv. XXVII 34, 11-14. 36, 10-14. Besonders gefährdet ist die Nordgrenze. Dem Consul M. Livius wird die Wahl zwischen den gallischen, etrurischen und städtischen Legionen des Vorjahres gelassen. Ihm wird der Praetor L. Porcius Licinus mit 2 Legionen in Gallien unterstellt. Der andere Consul C. Claudius Nero erhält eines der consularischen Heere vom J.208; das andere wird dem Proconsul Q. Fulvius Flaccus übertragen, so daß diese beiden consularischen Heere in Bruttium gegen Hannibal stehen. Außerdem soll Nero 2 neue legiones urbanae aufstellen. Der Praetor C. Hostilius Cato übernimmt vom Proconsul Q. Fulvius die 1 Legion bei Capua. Sein Bruder A. Hostilius Cato geht nach Sardinien, wo 2 Legionen stehen. Die 2 legiones Cannenses in Sicilien werden dem Praetor C. Mamilius unterstellt. Dazu kommen noch 2 Legionen in Etrurien unter dem Propraetor C. Terentius und 2 unter dem Propraetur Q. Claudius bei Tarent. In Spanien behalten Scipio und Silanus ihre 4 Legionen. Das 'ergibt im ganzen 23 Legionen (so Liv. XXVII 36, 12).

Da M. Livius mit den ihm zur Auswahl überwiesenen Truppen `nicht zufrieden ist, wird ihm gestattet, sich Ersatz aus den andern !'auszuwählen. Auch werden die volones wieder aufgerufen und in die 19. und 20. Legion eingereiht. Sie werden dem Heer des Terentius 'zugeführt (XXVIII 10, 11). Nach einer Nebenüberlieferung sollen auch 10000 Mann zu Fuß (8000 Spanier und Gallier und 2000 Legionäre) und 1000 Reiter von Scipio für das Heer des Livius nach Italien gesandt sein. Ob diese Angabe zutreffend ist, ist schwer zu sagen. Da Spanien durch Hasdrubals Abmarsch in militärischer Beziehung entlastet ist, wäre die Maßnahme militärisch begreiflich.

 

Das Jahr 206

Nachdem die durch Hasdrubals Einfall in Italien drohende Gefahr gebannt ist, wird die Zahl der Legionen vermindert (Liv. XXVIII 9, 10. 10, 8-16). 4 Legionen werden entlassen: einmal die 2 des Livius nach dessen Triumph, dann die 2 sardinischen, die seit 214 dort dienten. Als Ersatz für sie wird 1 Legion neu ausgehoben unter dem Praetor Ti. Claudius. Die übrigen 19 Legionen sind folgendermaßen verteilt: die Consuln L. Veturius Philo und Q. Caecilius Metellus erhalten. das Heer des C. Nero und die bei Tarent stehenden Legionen des Q. Claudius (2 x 2 Legionen) und übernehmen den Kampf gegen Hannibal in Bruttium. In Sicilien befehligt der Praetor C. Servilius die 2 legiones Cannenses. Die 2 Legionen des Propraetors C. Varro in Etrurien werden dem Proconsul M. Livius, die 2 Legionen des Porcius in Gallien dem Praetor Q. Mamilius übertragen. Der Propraetor Q. Claudius behält sein Kommando bei Tarent; welche 2 Legionen er erhält, gibt Livius nicht an. C. Hostilius Tubulus wird die l Legion bei Capua von C. Hostilius Cato überwiesen. Außer den 4 spanischen Legionen fehlen noch die 2 legiones urbanae von 207; sie werden bei Livius nicht erwähnt. Vielleicht sind sie überhaupt nicht einberufen worden.

 

Das Jahr 205

Für das J. 205, in dem Magos Erscheinen in Oberitalien wieder die Gefahr steigerte, gibt Livius die Truppenverteilung nicht in der nüchternen sachlichen Form wie gewöhnlich (XXVIII 45,9-11. 46, l ff.). Doch läßt sich der Tatbestand auch feststellen:

Die in Bruttium stehenden 2 consularischen Heere verbleiben dort; das eine übernimmt der Consul P. Licinius Crassus, das andere behält Q. Caecilius Metellus als Proconsul (2 x 2 Leg.). Der andere Consul P. Scipio bildet sich ein Heer aus 7000 Freiwilligen und Soldaten der in Sicilien stehenden Legionen (2 Leg.)69). Die 3 Praetoren erhalten als Provinzen Sp. Lucretius Ariminum mit den 2 dort stehenden Legionen (vgl. auch XXIX 5, 5), L. Aemilius Sicilien mit den 2 legiones Cannenses, Cn. Octavius Sardinien mit 1 Legion. Im übrigen werden die Kommandos verlängert: M. Livius steht mit 2 Legionen in Etrurien. Diese befinden sich seit 207 dort; ihnen sind die in diesem Krisenjahr wieder einberufenen volones zugeteilt (XXIX 5, 5). Q. Claudius bleibt bei Tarent mit seinen 2 Legionen 70), ebenso C. Hostilius Tubulus mit 1 Legion bei Capua. In Spanien ist das Heer stark herabgesetzt 71): nach Liv. XXIX 2, 9 stehen dort 2 Legionen unter L. Cornelius Lentulus und

L. Manlius Acidinus. Die im J. 206 nicht verwendeten 2 legiones urbanae werden bei Livius auch für dieses Jahr nicht erwähnt. So ergibt sich eine Summe von 20 Legionen 72). Außerdem wird P. Sempronius (Consul 204) mit proconsularischem Imperium nach Griechenland geschickt und ihm 10000 Mann zu Fuß und 1000 Reiter gegeben. Da die Schilderung dieses Feldzuges wohl aus Polybios stammt, dürfen wir annehmen, daß er die amtliche Angabe: 1 Legion in einer für seine Leser verständliche Form umgesetzt'hat. Sempronius beendigt den Krieg und kehrt mit seinen Truppen nach Rom zurück (XXIX 12). Einschließlich dieser Legion steigt also das Gesamtaufgebot für das J. 205 auf 21 Legionen; das ist eine mehr als im Vorjahr. Gegen das Ende des Jahres werden die 2 Legionen des Proconsuls Q. Metellus entlassen, weil das Heer von Krankheiten bedroht wurde (Liv. XXIX 10, 2. 3).

 

Das Jahr 204

Als Ersatz für die im Herbst 205 aufgelösten Legionen des Metellus werden für Bruttium 2 neue Legionen ausgehoben, deren Befehl der eine der Consuln, P. Sempronius Tuditanus, übernimmt (Liv. XXIX 13, 1). Dem andern, M. Cornelius Cethegus, werden die beiden etrurischen Legionen überwiesen. Den Praetoren fallen die Provinzen Gallien (2 Legionen), Sicilien (2 legiones Cannenses), Sardinien (1 Legion) zu. P. Scipio behält seine 2 Legionen zunächst in Sicilien und setzt im Laufe des Jahres nach Afrika über. In Bruttium verbleibt zur Beobachtung Hannibals neben dem Consul P. Sempronius (2 Legionen) der Consul des Vorjahres L. Crassus mit seinen 2 Legionen. In Gallien steht außer dem Praetor Lucretius der Proconsul M. Livius mit 2 Legionen. Der starke Schutz der Nordgrenze ist durch das Eingreifen Magos bedingt. Die übrigen Kommandos werden verlängert: T. Quihctius hat 2 Legionen bei Tarent, C. Hostilius 1 Legion bei Capua. 2 Legionen stehen in Spanien unter Lentulus und Manlius. So kommen wir (ohne etwa 2 aufgebotene legiones urbanae zu rechnen) auf 20 Legionen.

 

Das Jahr 203

Über die militärischen Verhältnisse des J. 203 unterrichtet uns Liv. XXX 1. 2. Außer der Absendung von Ersatzmannschaften für die sicilischen Legionen, aus denen Scipio sich die besten Leute vor dem Übergang nach Afrika herausgelesen hatte (XXIX 24, 10-14), und für die Flotten werden 2 legiones urbanae aufgeboten ad incerta belli (XXX 2, 6). Im ganzen stehen 20 Legionen unter den Waffen (XXX 2, 7).

Gegen Hannibal stehen 4 Legionen im Felde: 2 unter dem Consul Cn. Servilius Caepio (es sind die im J. 204 neu ausgehobenen des Consul P. Sempronius) und die 2 des Protonsuls L. Crassus, über die P. Sempronius den Oberbefehl erhält. Die Nordgrenze deckt der Consul C. Servilius Geminus mit den 2 Legionen des Consuls von 204 M. Cornelius Cethegus in Etrurien; dieser übernimmt das Kommando über die 2 Legionen des Praetors L. Scribonius in Gallien. Außerdem hat der Praetor P. Quintilius Varus 2 Legionen in Ariminum; es sind die, die im Vorjahre dort dem Sp. Lucretius unterstanden 73). Ferner befinden sich 2 Legionen unter Scipio in Afrika, die 2 legiones Cannenses unter P. Villius in Sicilien, 2 Legionen in Spanien unter Lentulus und Manlius, 1 Legion in Sardinien unter dem Praetor P. Lentulus. Es fehlt noch 1 Legion. Von denen des Vorjahres werden nicht erwähnt die 2 des T. Quinctius bei Tarent und die 1 des C. Hostilius Tubulus bei Capua. Eine von ihnen ist also erhalten, zwei aufgelöst; welche, wissen wir nicht (Cantalupi p. 40).

 

Das Jahr 202

Nachdem sowohl Hannibal wie Mago Italien verlassen hatten, konnten die römischen Streitkräfte stark herabgesetzt werden. 16 Legionen bleiben unter den Fahnen, über deren Verteilung uns Liv. XXX 27, 5-10 unterrichtet. Neben Scipio, der mit 2 Legionen in Afrika kämpft, wird der eine Consul Ti. Claudius Nero mit .einer Flotte in die afrikanischen Gewässer geschickt, der andre M. Servilius übernimmt die 2 Legionen in Etrurien; sein Vorgänger C. Servilius Geminus wird ihm als Stellvertreter beigegeben für den Fall, daß der Senat die Anwesenheit des Consuls in Rom für nötig halte. Die Praetoren M. Sextius, C. Livius und Cn. Tremellius erhalten je 2 Legionen in Gallien, Bruttium und Sicilien. Die Amtsdauer wird verlängert für die Befehlshaber in Spanien (2 Legionen), Sardinien (1 Legion, vgl. auch XXX 41, 2), Tarent bzw. Capua (1 Legion). Dazu kommen die 2 legiones urbanae. 4 Legionen sind aufgelöst.

 

Das Jahr 201

Eine weitere Einschränkung wird im J.201 vorgenommen (Liv. XXX 40, 12-41, 9). Die Truppenstärke beläuft sich auf 14 Legionen. Der Consul Cn. Cornelius Lentulus übernimmt die 2 gallischen Legionen von M. Sextius, der andere P. Aelius Paetus die Flotte in Afrika. P. Scipio behält seine 2 Legionen in Afrika; die Praetoren M. Valerius Falto, P. Aelius Tubero und M. Fabius Buteo befehligen in Bruttium (2 Legionen), Sicilien (2 Legionen), Sardinien (1 Legion). Der Consul des Vorjahres M. Servilius behält seine 2 Legionen in Etrurien. Das spanische Heer wird auf 1 Legion und 15 Cohorten Bundesgenossen herabgesetzt. Zu diesen 12 Legionen kommen 2 legiones urbanae. Außer der einen spanischen Legion ist also auch die bei Tarent bzw. Capua stehende .Legion aufgelöst.

Für die ersten Jahre macht Livius Angaben fast nur über das eigentliche Feldheer; von 215 bietet er genauere Mitteilungen auch über die Truppen, die auf den Nebenkriegsschauplätzen oder im Etappengebiet stehen, und bestimmt meist auch die Summe der .gesamten Streitkräfte. Das. erklärt sich durch die Quellenverhält pisse. Bis zur Schlacht bei Cannae erzählt Livius in der Hauptsache nach Coelius, der ebenso wie Polybios sich in seiner Dar;stellung auf die Ereignisse der Hauptkriegsschauplätze beschränkt ;.hatte. Im weiteren überläßt sich Livius für die Ereignisse in Italien immer mehr der Führung des Valerius Antias, namentlich gibt er dessen Berichte über die Truppenverteilung, wenn auch nicht immer ganz genau, wieder. Sie sind in der Regel so geordnet, daß zuerst die beiden consularischen Heere, dann die der drei Praetoren - der 4. blieb als praetor urbanus in der Stadt - erwähnt werden. Daran werden zunächst die der Proconsuln angeschlossen, zum Schluß wird über die sonstigen Befehlshaber berichtet. Diese planmäßige Ordnung ist gelegentlich durchbrochen, wahrscheinlich von Livius selbst, wenn künstlerische Rücksichten eine andere Gruppierung empfahlen.

Aus den Angaben über die Verwendung der Truppen läßt sich ein wohlüberlegtes System entnehmen, worauf bereits J. Kromayer (Antike Schlachtfelder III 1, 1912, S. 477) hingewiesen hat.Auch lehrt die Überlieferung bei Livius, daß die einzelnen Truppenkörper an militärischem Wert sehr verschieden eingeschätzt werden, und auch die Generäle werden durch die ihnen zugewiesenen Aufgaben sehr deutlich unterschieden. Natürlich sind die Legionen auch zahlenmäßig verschieden stark. Es war nicht erforderlich, die Etappentruppen durch regelmäßige Zuführung von Ersatz auf der Normalstärke zu erhalten (vgl. Veith bei Kromayer- Veith, Heerwesen usw. S. 303). Die Annahme Belochs (Klio III 1903 S. 475), daß seit der Schlacht bei Cannae überhaupt nur 2 consularische Heere von je 2 Legionen verwendet worden seien und daß die Angaben bei Livius über die sonst in Italien vorhandenen

Truppenkörper sämtlich als Annalistenerfindungen über Bord ge. worfen werden müßten, entbehrt jeder Grundlage. Diese Annahme führt zu militärischen Unmöglichkeiten. Es ist undenkbar, daß die Kämpfe nur mit den beiden Feldheeren geführt worden seien. Schon die Belagerung von Capua erforderte neben den Feldheeren andre Truppenkörper, die Hannibal in Schach halten und die noch treu gebliebenen Teile der Halbinsel schützen mußten. Denn wenn auch die militärische Entscheidung ohne eine Entscheidungsschlacht nicht möglich war, so wäre diese unmöglich gewesen, wenn nicht durch die Behauptung großer Teile Italiens eine Verpflegungs-basis für das Heer erhalten worden wäre. Man durfte sich nicht der Gefahr aussetzen, daß eine kühne Unternehmung etwa einer Reiterabteilung die Ernte in einem Teile des Landes vernichtete, der von den Folgen des Krieges verschont geblieben war.

In einem Anhang zu der Arbeit von Cantalupi (S. 42 ff.) hat Beloch einige epikritische Bemerkungen zu dessen Feststellungen gemacht. Er hat mit Recht darauf hingewiesen, daß die Zahl der aufgebotenen Legionen die Leistungsfähigkeit Roms und seiner Bundesgenossen keineswegs übersteigt. Dabei ist nicht anzunehmen, daß alle Legionen den gleich hohen Stand gehabt haben wie die Hauptkampftruppen.

Trotzdem glaubt Beloch einige Abstriche an der Zahl der bei Livius überlieferten Zahl der Legionen in den einzelnen Jahren machen zu müssen. Er meint, da Sardinien nach dem J. 215 von den Karthagern nicht wieder angegriffen sei, sei es nicht wahrscheinlich, daß Rom dort dauernd eine Legion unterhalten habe. Mit größerem Rechte könnte man den umgekehrten Schluß ziehen: wäre Sardinien nicht durch eine ihrer Aufgabe gewachsene Truppe geschützt gewesen, so hätten die Karthager sich der nicht unwichtigen74) Insel leicht durch einen Handstreich bemächtigen können. Auch die Legionen bei Ariminum (2) und die eine in Picenum, die für das J. 214 bezeugt sind, hält Beloch für überflüssig, weil von ihnen keinerlei Kampfhandlung berichtet wird.

Da Polybios (II 21, 7) den Namen Picenum auch auf den ager Gallicus ausdehnt und Liv. per. 15 Ariminum in Picenum gegründet sein läßt, hegt er den Verdacht, daß die Legion in Picenum (seit 214 2 Leg.) und die 2 von Ariminum gleichzusetzen seien; die annalistische Quelle des Livius sei durch die verschiedene Bezeichnung derselben Gegend irregeführt und habe so die Truppen verdoppelt. Indes nicht nur die Truppen werden bezeichnet, sondern auch die Führer. Daß deren Namen einfach von den Annalisten erfunden seien, ist eine Annahme, zu der sich die Historiker ohne Bedenken entschließen. Aber dabei wird verkannt, daß auch in der Bestimmung der Führer sich eine weise Überlegung erkennen läßt, wie sogleich an einem Beispiel gezeigt werden soll. Daß die -von Livius erwähnten legiones urbanae bei zwei Gelegenheiten nicht in der Stadt vorhanden sind, deutet Beloch in ähnlichem Sinne aus. tAber nach der Schlacht am Trasimenischen See (Polyb. III 88, 7) ,wie bei Hannibals Zug auf Rom (IX 6, 6) sind sie nicht genannt, [weil sie nicht organisiert waren (vgl. oben S. 55 und 76). Auch `daß in Etrurien von 212- 204 jedes Jahr 2 Legionen gestanden `hätten, daß Sicilien während des Kampfes des Marcellus im Osten der Insel (213- 210) im ganzen von 4 Legionen besetzt gewesen sei, findet Beloch überflüssig; 3 hätten den Dienst auch erfüllen können. 'Allein die Besetzung der in nächster Nähe von Karthago gelegenen Teile der Insel durch eine Legion wäre doch bedenklich gewesen, so lange die Karthager noch Stützpunkte besetzt hielten oder wenigstens mit Sympathien bei großen Teilen der Bevölkerung rechnen konnten. Der Ackerbau der Insel war für die Verpflegung des Heeres ebenso wichtig wie ihre militärische Behauptung. Aus denselben Gründen mußten auch die nicht zu Hannibal übergegangenen Teile der Halbinsel durch verhältnismäßig starke Besetzung gesichert werden. Grade für Etrurien erwähnt Liv. XXVII 21, 7 aufrührerische Neigungen. Die Bedeutung dieses Landes für die Verpflegung Roms und seiner Truppen lehrt Liv. XXV 15, 4. 20, 3. XXVII 3, 9. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß die Etappentruppen in den vom Kriege nicht unmittelbar berührten Ländern als taktische Einheiten zusammengehalten seien. Sie wurden vielmehr verwendet, um möglichst die wichtigen Punkte durch Besatzungen zu sichern. Ob alle derartigen Angaben bei Livius im einzelnen als geschichtlich gesichert gelten müssen, sei dahingestellt. jedenfalls liegt ihnen eine richtige Anschauung im allgemeinen zugrunde. So erklärt es sich auch z. B., daß für den Kampf gegen Hasdrubal das Feldheer des Ti. Claudius Nero herausgeführt wird, und nicht die näher stehenden Truppen, abgesehen von dem verschiedenen militärischen Wert der Truppenkörper, den Kromayer a. 0. mit Recht hervorgehoben hat. Es läßt sich also von den überlieferten Tatsachen durch Gründe des gesunden Menschenverstandes nichts abhandeln.

Der unglückliche Führer, der die Niederlage von Cannae überlebt hatte, wurde nach diesem Mißgeschick, an dem er doch höchstens zum Teil schuld war, nie wieder im Felde verwendet. Aber seine Hilfe konnte doch nicht ganz entbehrt werden. Er wird im, J. 215 mit der Aushebung von Truppen in Picenum beauftragt, die notwendig wurde, seit die 2 Legionen des designierten Consuls L. Postumius im J. 216 durch die Gallier vernichtet waren. Dieses Kommando behält er in den nächsten Jahren bei. Dann verschwindet er vom Schauplatz. Wenn hier ein unglücklicher Führer mit der Entfernung auf einen weniger wichtigen Posten gewissermaßen zur Disposition gestellt wird, so sehen wir umgekehrt, wie Marcellus immer auf den wichtigsten Platz gestellt wird. Nach der Niederlage bei Cannae übernimmt er die Trümmer des Heeres in Canusium und führt sie nach Campanien, wo er ein Lager (castra Claudiana) anlegt, das in der Folgezeit als eine Art Rekrutendepot dient. Mit dem consularischen Heere, das er im J. 214 in Campanien geführt hatte, setzt er nach Sicilien über und behält seine Legionen bis zur Erorberung von Syrakus. Nach der Rückkehr (211) werden sie aufgelöst. Als Consul erhält er eine Truppe, die bisher auf einem Nebenkriegsschauplatz, in Gallien, gestanden hatte. Auch diese behält er weiter, und als er wieder Consul wird, 208, werden sie ihm neben den beiden consularischen Heeren von 209 zur Auswahl überlassen. In diesen Jahren hat er immer

gegen Hannibal selbst im Felde gestanden. Es ist begreiflich, daß der Senat mit dieser Aufgabe einen seiner besten Generäle betraut.

Die planmäßige Verwendung der Truppen läßt sich an dem Beispiel der legiones urbanae erläutern. Das hat Steinwender, Philol. XXXIX 1880, 527 sq. in vortrefflicher Weise getan, der auch über die 3. Dekade hinaus die Einrichtung verfolgt. So sind

z. B. die legiones urbanae, die im J. 216 nach dem Abmarsch des diktatorischen Heeres neu aufgestellt wurden, im folgenden Jahre in das Rekrutendepot der- castra Claudiana verlegt und von Marcellus bei Nola verwendet. Sie bilden im J. 214 das consularische Heer des Marcellus und dienen unter ihm in Sicilien bis zu ihrer Entlassung im J.210. Ähnlich ist die Verwendung der übrigen legiones urbanae. Auch sie kommen nach einigen Jahren vorbereitenden Dienstes unter den Oberbefehl des einen Consuls.

Seit dem J. 214 gibt Livius in der Regel die Sumnie der Legionen an. 214: 18 (XXIV 11, 2); 212: 23 (XXV 3, 7); 211: 23 (XXVI 1, 13); 210: 21 (XXVI 19, 13); 208: 21 (XXVII 22,11); 207: 23 (XXVII 36, 12); 203: 20 (XXX 2, 7); 202:16 (XXX 27, 10); 201: 14 (XXX 41, 8). Es fragt sich, ob er die Zusammenzählung selbst vorgenommen oder aus seiner Quelle übernommen hat. Für diese Möglichkeit sind zwei Tatsachen entscheidend: 1. stimmt für das J. 214 die Einzelaufzählung nicht zur Gesamtzahl; 2. erscheint eine ganz ähnliche Angabe für das J.217 bei App. Hann.8_ cvs elvat rQCaxai(exa zeÀ~. Wir dürfen die Summenzahlen aus Valerius Antias ableiten. Erst allmählich hat sich Livius entschlossen, die nüchternen sachlichen Angaben seiner Vorlage mite! zuteilen, und wo er später darauf verzichtet, hat er sich bemüht, die trockene Aufzählung auch sonst etwas gefälliger zu gestalten. Das ist besonders deutlich für das J. 205 (XXVIII 45), wo die Erörterung über Scipios provincia und sein Heer einen breiten Raum einnimmt.

Wir dürfen also die Überlieferung über die im 2. punischen Kriege aufgestellten Truppen als urkundliches Material bewerten. Wenn es seit dem J. 215 uns bei Livius, trotz mancher Entstellung im einzelnen, bequemer vorliegt als für die ersten Jahres des Krieges, so erklärt sich dies hinreichend aus der Benutzung verschiedener Quellen: Coelius Antipater hat so wenig wie Polybios das urkundliche Material ausgenutzt, sondern sich auf die Hauptereignisse beschränkt. Die Verwertung des Materials und somit seine Bewahrung verdanken wir der vielgeschmähten Annalistik.

Erlangen                                  Alfred Klotz

 

1) Die frühere Behandlung des Stoffes durch L. Schemann, De legionum per alterum bellum Punicum historia quae investigari posse videantur 1875 hat ihn nicht erledigt. Daher enthält auch seine an sich sehr brauchbare Übersicht (p. 46) manche Irrtümer.

2) J. Beloch, Rhein. Mus. XXXII 1877, 227-248. E. Herzog In: Commentationes Mommsenianae 1877, 124-142. T. Frank, Am. Journ. of Phil. LI 1930, 313-324.

3) Mommsen, Herm. XI 1876, 49-60. Kromayer-Veith, Heerwesen und Kriegführung der Griechen und Römer 1928,306.

4) Beloch a. O. S.230.

5) Plin. nat. hist. III 138, wo die Zahl der Reiter auf 80000 angegeben ist, und Diod. XXV 13 beruhen in letzter Linie auf der Überliefereng des Fabius. Auf welchem Wege diese zu ihnen gelangt ist, is für uns hier gleichgültig.

6) Im j. 204 bringt Scipio seine für den Kampf in Afrika bestimmtes 2 Legionen auf 6200 Fußsoldaten und 300 Reiter (Liv. XXIX 24,14)

7) Polybios rundet die Zahl ab (ebenso Liv. XXI 17, 6); genau sind es 4200. Das tut er auch sonst gelegentlich bei Berechnung der Truppenstärken, die er an die Stelle der Truppenkörper setzt, indem er auf seine griechischen Leser Rücksicht nimmt.

8) D. h. "annähernd gleich"; denn die Zahl der Bundesgenossen ist in der Regel höher als die der Bürger.

9) Irrig darüber Cantalupi p. 14 adn., der diplàsion schreiben will.

10) Polybios hebt noch hervor, daß selten die beiden consularischen Heere auf einem Kriegsschauplatz vereinigt werden.

11) Außerdem durfte hier mit Zuzug von Massalia gerechnet werden.

12) Irrig ist Luterbachers Erklärung: "habuit erhielt". Gallia provincia habuit besagt nicht unbedingt, daß diese Legionen in Oberitalien stehen, sondern nur, daß sie dort operieren sollten. Aber sie werden nicht erst im J.218 von Rom dorthin abgeschickt.

13) H. Sanders, Die Quellencontamination im 21. und 22. Buche des Livius 1898, 91, schließt daraus, daß nur eine Legion in Gallien gestanden habe. Das ist ein Argumentum ex silentio.

13a) Korr. Note: vgl. über diese Frage Rhein. Mus. N. F. LXXXI 1932, 143 ff.

14) Das Jahr 216 bildet eine Ausnahme, wie ja Polybios selbst betont.

15) App. Iber. 17 gibt als Stärke des scipionischen Heeres 10000 Mannzu Fuß und 700 Reiter an. Daß das nicht nur eine Legion ist (das schließt Sanders a. O. S. 92 aus der Stelle), lehrt schon die Zahl der Reiter. Wie sich die Flüchtigkeit Appians erklärt, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat Appian 2 Legionen seiner Quelle einfach in 10000 Mann umgesetzt.

16) Die Auffassung, daß die Darstellung des Kampfes bei Pharos bei Polybios zu der Annahme nötige, neben Paulus habe ein zweiter Feldheer selbständig die Landungstruppen befehligt (so F. Münzer RE XIII 892), scheint mir nicht nötig. Auch sonst kann ich ein Bedenken gegen Münzers Auffassung nicht unterdrücken. Von Rechts wegen kann wegen eines Sieges nur der eine Consul triumphieren, unter dessen auspicium der Sieg erfochten ist (Mommsen, Staatsrecht I 2 1887, 127). Wie erklärt sich dann, daß beide Consuln de Illyriis triumphieren? Liv. XXVII 34, 3 M. Livius erat multis annis ante ex consulatu populi iudicio damnatus erwähnt nichts vom Triumph des Livius, durch den doch der Gegensatz zwischen Glück und Sturz schärfer hervorzuheben wäre. Indes dafür, daß Livius am Kriege in Illyrien zusammen mit Paulus teilgenommen hat, spricht Liv. XXII 35, 3 et damnatione conlegae et sua prope ambustus evaserat. Deshalb darf wohl mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß der auctor de vir. ill. geirrt und nur Paulus im J. 219 triumphiert hat. Wenn Sanders aus Polyb. III 41, 2 schließt, daß dieser dem Scipio nichts als seine flotte zuschreibe, so ist dagegen zu bemerken, daß Polybios das Selbstverständliche nicht erwähnt. Selbstverständlich ist aber, dass der Consul ein consularisches Heer hat.

17) Cantalupi p. 7 nimmt an, daß die 4. Legion vom Heere Scipios abgesandt sei. Aber dazu stimmen die Zeitangaben nicht; Manlius kämpft bereits in Gallien, als Scipios Legionen noch in der Bildung begriffen sind.

18) Der Gegensatz zwischen Liv. XXI 32, 5 ipse cum admodum exiguis copiis (d. h. nur mit einer Begleitmannschaft) Genuam repetit und 39, 3 cum Pisas venisset ist leicht auszugleichen: Genua ist Station auf der Heimfahrt. Polyb. III 56, 5 zieht im Interesse der Kürze beide Angaben gleich zusammen: xatèpleuse met' olìgon autòs eis Pìsas (vgl. App. Hann. 5 dièpleusen Turrenìan. Iber. 15 dièpleuses epìpenterous es Turrenìan). Amm. XV 10, 10 apud Genuam observabat bietet nach annalistischer Überlieferung - das folgt aus der Darstellung des Alpenüberganges (s. Festgabe d. Philosophischen Fakultät ... zur 55. Philologenversammlung in Erlangen 1925, S. 17-20) - nur die erste Station.

19) Liv. XXI 55, 4 gibt statt dessen duodeviginti milia Romana, das sind genau 4 Legionen zu 4200 Mann zu Fuß und 300 Reitern. Polybios rechnet die Legion abgerundet zu 4000 Mann (vgl. S. 44 Anm. 7). Ebenso auch Liv. XXI 17, 5. Das ist schriftstellerische Formulierung, nich urkundliches Material. Fälschlich nimmt Luterbacher (z. d. St.) an, dass Livius die von Scipio aus Gallien mitgebrachten Truppen eingerechnet habe. Aber eine Stärke der Begleitmannschaft von 2000 Mann wäre seh hoch; sie könnte nicht auf einem Schiff befördert werden (s. Anm. 18), und eine solche Schwächung des spanischen Heeres wäre sinnlos gewesen.

20) Das zweite Gefecht als eine Verdoppelung des ersten zu erklären, liegt nicht die geringste Veranlassung vor.

21) Doch vgl. XXI 49, 7.

22) Dazu stimmt, daß Flaminius die in Placentia lagernden Legionen erhält (Liv. XXI 63, 1). Diese Angabe fehlt bei Appian wohl nur infolge seiner Flüchtigkeit.

23) Fälschlich schreibt Th. Steinwender (Das numerische Verhaltnis zwischen cives und socii im römischen Heere. Progr. Marienburg 1879, 4) dem Flaminius 4 Legionen zu.

24) Vgl. auch Sanders a. O. S. 124.

25) Daß man dem Coelius eine solche schriftstellerische Willkür zutrauen kann, liegt auf der Hand. Hat er doch auch die beiden Berichte über Hannibals Alpenübergang zu einem Berichte verbunden (vgl. jetzt: Forschungen und Fortschritte VII 1931, 431).

26) Diese falsche Verteilung (bei Peter HRF p. 101; vgl. auch Kahrstedt S. 191) ist für die gesamte Untersuchung über die Quellen zur Geschichte des 2. punischen Krieges verhängnisvoll geworden, weil man auf Grund der Cicerostelle Plutarch aus Coelius ableiten wollte (C. Peter, Quellen Plutarchs in den Biographien der Römer 1865, 51. W. Soltau, De fontibus Plutarchi in secundo bello Punico enarrando 1870), vgl. RE XIII 843, 30.

27) Die 3 Niederlagen sind die Schlappe des Manlius, das Gefecht am Ticinus und die Schlacht an der Trebia.

28) Die doppelte Zahl der Bundesgenossen braucht natürlich nicht allen Truppen beigegeben zu sein. Auch im J. 218 schwankt die Stärkt der Bundesgenossen. 5000-8000 M. auf die Legion.

29) So richtig schon C. Böttcher, Kritische Untersuchungen Ober die Quellen des Livius im XXI. und XXII. Buch (Jahrb. f. Philol. Suppl. V 1864- 1872) S.414.

30) Ober diesen Begriff vgl. Polyb. II 24 und die trefflichen Ausführungen von Th. Steinwender Philol. XXXIX 1880, 527- 540, sowit J. Kromayer, Antike Schlachtfelder III 1 (1912) S. 481 ff., der mit Recht betont, daß diese Formationen nicht dauernd unter Waffen standen. Aus Liv. XXVI 28, 13 folgt, daß sie nicht nur aus dem jüngsten Jahrgang gebildet wurden. Es sind also nicht immer Rekrutenlegionen (so Veith, Heerwesen S. 304).

31) Daß bei Appians anerkannter Flüchtigkeit allerlei möglich ist, bestreite ich natürlich nicht. Aber hier widersprechen sich auch die ausdrücklichen Angaben: Centenius ist Privatmann und rückt von Rom aus mit 8000 Mann nach Umbrien vor.

32) Richtig Cantalupi p. 10.

33) Dasselbe bei App. Hann. 17 (ob aus Polybios, ist zweifelhaft).

34) Vgl. einstweilen H. Hesselbarth a. O. S. 10 über das Truppenverzeichnis XXI 21, 10-22, 4 (irrig Kahrstedt a. O. S. 147. 161).

35) Sanders a. O. S. 132 übersieht diesen Unterschied zwischen Polybios und Livius.

36) App. Hann. 17 gibt im ganzen 70000 Mann zu Fuß und 6000 Reiter. Da ist wohl die Starke in der Schlacht eingesetzt, indem die 10000 Mann der Lagerbesatzung abgezogen sind. Plut. Fab. 14, 3  bezieht sich auf den Feldzug, nicht auf die Schlacht selbst, bei der die Lager.Besatzung abzuziehen wäre. Durch einen Rechenfehler kommt Sanders a. O. S. 134 zu der Stärke von 92000 Mann.

37) Ich weiß nicht, ob man schon den wichtigen Unterschied in den Aushebungen der Jahre 218 und 217 einerseits und des Jahres 216 andererseits hervorgehoben hat. Zu Beginn des Krieges hat man durch Erhöhung der Bundesgenossentruppen die Schlagkraft des Heeres zu steigern gesucht. Im J. 218 erhalten die Consuln 7000 bzw. 8000 Bundesgenossen auf die Legion. Im J. 216 wird das Bürgeraufgebot wesentlich erhöht, während das Aufgebot der Bundesgenossen ebenso hoch ist wie die Legionsstärke.

38) Die Zahlen der Geretteten finden sich auch bei Dion. Ant.III7, 4; mit Recht leitet sie Sanders a. O. S. 135 aus Polybios her.

39) Sanders a. 0. S. 133 bezieht die Zahl 10000 auf die in der Schlacht gefangenen Römer. Da setzt er sich über die Worte oi ó' Éxròs 6v-reg -reg pcíxris einfach hinweg.

40) Die Lagerbesatzungen werden z. T. gefangen, nur 600 aus dem kleinen, 4200 aus dem großen Lager entkommen. Die übrigen 12800 sind also den Gefangenen zuzurechnen.

41) Ich will nur kurz das Ergebnis andeuten, zu dem ich glaube kommen zu können: 70 Reiter = Fabius (daraus Polybios und Liv.XXV 6, 13 durch Vermittlung des Antias); 50 Reiter = Coelius.

42) In den von Livius abhängigen Quellen (Perioch. 22 Flor. 122,15 Eutr. III10 = Oros. IV 16, 2) finden sich Abweichungen von den livianischen Angaben. Sie beruhen z. T. auf ungenauer Wiedergabe der livianisehen Zahlen, wobei Eutropius und Orosius eng zusammengehen, und brauchen deshalb hier im einzelnen nicht behandelt zu werden. Nur möchte ich bemerken, daß bei Florus, wo die Hs. teils sexaginta teils XL bieten, die zweite Lesart als die echte betrachtet werden darf.

43) Über die Zahl der Geretteten, die bei Liv. XXII 54, 1 ff. und 56, 2 angegeben werden, besteht eine Unklarheit, die Sanders a. O. S.136 hervorgehoben hat, freilich ohne eine wirkliche Lösung zu bieten. Nach XXII 54, 1 sammeln sich in Venusia um den überlebenden Consul Varro zunächst 4500 Mann. Sie werden von den Venusinern verpflegt und ausgestattet. Sie wollen nicht hinter der reichen Apulierin Busa zurückstehen, die sich in Canusium der Flüchtenden angenommen hat (f rumento veste viatico iuvit XXII 52, 7). Dann fährt Livius fort (XXII 54, 4): sed gravius onus Busae multitudo faciebat, et iam ad decem milia hominum erant. Also war die Zahl derer, die in Canusium zusammengeströmt waren, auf annähernd 10000 Mann gestiegen. Ihre Führer, die Tribunen Ap. Claudius und P. Scipio, melden dem Consul den Bestand und erbitten Verhaltungsmaßregeln. Dieser rückt mit seinen Versprengten nach Canusium vor: Varro ipse Canusium copias traduxit. Er hat also dort dann etwa 14500 Mann, was die Bemerkung: et iam aliqua species consularis exercitus erat rechtfertigt und auch zu XX II60, 20 stimmt (vgl. hierüber j. Kromayer, Antike Schlachtfelder III 1 (1912) S. 344 Anm.1). Hier werden rund 14000 Gerettete vorausgesetzt, also hatte Antias bei der Erzählung dessen, was bei Liv. XXII 54 steht, diese Summe genannt. In dem Bericht an den Senat meldet Varro nach XXII56, 2 sese Canusii esse reliquias tantae cladis velut ex naufragio colligentem; ad decem milia militum Ferme esse incompositorum inordinatorumque. Das widerspricht dem früher von Livius Mitgeteilten. Sanders schließt auf einen verschiedenen Ursprung beider Angaben. Aber eine Kompositionsfuge ist zwischen XXII 54 und 56 nicht zu erkennen. Die Sache muß also anders erklärt werden. Selbstverständlich ist der Wortlaut des Berichts nicht urkundlich, sondern schriftstellerisches Erzeugnis, und zwar des Livius selbst, weil bei Antias die Summe von 14500 Mann berücksichtigt war. Dabei schwebte dem Verfasser die letzte-Zahlangabe vor und, ohne genau nachzurechnen, setzte er sie einfach in den Bericht ein. Diese Annahme wird besonders empfohlen durch die ähnliche Fassung beider Angaben: ad decem milia hominum (54, 4): ad decem milia militum ferme esse (56, 2), wobei im amtlichen Stil homines durch das gewähltere milites ersetzt ist. Auch auf die Tautologie ad. .. ferme darf man vielleicht hinweisen. Doch möchte ich hierauf nicht allzuviel Gewicht legen.

44) Zu diesen stellt sich auch Liv. XXV 6, 13; wo plus quinquaginta milia hominum als Verluste angegeben sind; daneben erscheinen auch die 70 Reiter des Varro (s. Anm. 41).

45) Plut. 1. 1. rundet ebenso die Zahl der Gefangenen auf 4000 ab. Aber auch bei ihm bezieht sich diese Zahl nur auf die in der Schlacht selbst gemachten Gefangenen. Appian beschränkt sich auf die allgemeine Angabe ro).zi n;Lii os.

46) Ob dies auch für Fabius gilt, möchte ich dahin gestellt sein lassen.

47) Kurz hinweisen möchte ich auf die Sammelangabe über die Verluste der Römer seit Hannibals Einfall in Italien, die bei App. Hann. 25 vorliegt: . Dieselbe Überlieferung liegt bei Liv. XXX 20, 9 (in einer Rede Hannibals) zugrunde: se centum milibus armatorum ad Trasumennuin et Cannas caesis circa Casilinum Cumasque et Nolam consenuisse. Da die Quellenverhältnisse nicht geklärt sind, vermag ich mit dieser Angabe nichts anzufangen, zumal da unsicher ist, ob bei Appian die Verluste an der Trebia eingeschlossen sind.

48) Daß sie im Laufe der Jahre auch Ersatz erhalten haben, ergibt sich aus Liv. XXV 23, 8. XXVI 1, 6. XXVII 8, 15.

49) Daß die 8000 volones nicht ausschließlich die Legionen bildeten, ergibt sich aus Liv. XXIV 14, 2 legiones magna ex parte volonum habebat. Auch 16, 8 werden die veteres milites ausdrücklich von den volones unterschieden.

50) Einen Irrtum oder eine Textentstellung bei Livius nimmt auch Schemann p. 30 an.

51) Ap. Claudius als Praetor in Sicilien, vgl.auch Liv. XXIII 41, 11. XXIV 1, 12. 6, 4.

52) Das ergibt sich aus der Form der Schlachtberichte. Daß übrigens der Bericht nicht ursprünglich für das J. 214 bestimmt war, lehrt Liv. XXIV 42, 9 Saguntum oppidum ... octavum iam annum sub hostiurn potestate esse. Also hat Livius ihn an falscher Stelle eingefügt, um eine, wie er meinte, vorhandene Lücke auszufüllen.

53) Diese sind in der Berechnung nicht berücksichtigt.

54) Bei Liv. XXIV 44, 2 und XXV, 1, 11. 3, 12. 12, 3 liegt ein Widerspruch vor: nach XXIV 44, 2 ist M. Atilius praetor urbanus, später wird M. Aemilius als solcher genannt. Wo der Irrtum des Livius liegt, ist nicht sicher zu entscheiden. E. Klebs RE II2093 nimmt einen Irrtum an den späteren Stellen an. Das Umgekehrte ist ebenso gut möglich.

55) Ob diese Legion in der Summe der Legionen mitzurechnen ist, bleibt zweifelhaft. 214 ist sie mitgezählt, 212 nicht. Die verschiedene Behandlung erklärt sich wohl daraus; daß es sich um eine Legio classica handelt.

56) Cantalupi p. 29 schreibt Varro 2 Legionen zu. Er beruft sich auf XXV 3, 4 praetorum Fulvi Flacci quae Luceriae sub Aemilio praetore, Neronis Claudii quae in Piceno sub C.Terentio f uissent. Der Plural ist nötig wegen des ersten Teiles des Relativsatzes. Freilich stehen sonst im Lager von Suessula 2 Legionen und Liv. XXVI 5, 8 setzt 6 Legionen vor Capua voraus. So ist die Annahme geboten, daß Nero im Lager tatsächlich 2 Legionen gehabt, sei es, daß die Aushebungen in Picenum soweit gesteigert wurden, sei es, daß die 2. Legion irgendwo anders aufgeboten war.

57) H. Nissen, Italische Landeskunde II 2 (1902), 902, will sie mit dem Ort Vietri di Potenza in Zusammenhang bringen, der zwischen Aceronia und Potentia liegt.

58) Dieser wird zwar im Altertum nur im Itin. Ant. 110 erwähnt, wo die Station ad Calorem zwischen Salernum und Marcelliana (Philipp, RE XIV 1438, der richtig bemerkt, daß die Stationen ad Tana[g]rum und ad Calorem vertauscht sind) genannt wird. Aber da dieser Fluß noch heute seinen Namen trägt, ist ein Zweifel ausgeschlossen.

59) Daß der Tod des Gracchus in Lucanien erfolgt ist, erkennt auch J. Beloch, Römische Geschichte 1926, 467 an, ohne die Quellenverhältnisse zu erörtern.

60) Die Legionen bestanden nicht ausschließlich aus volones. Den Rest führt der Quaestor Cn. Cornelius nach Gracchus' Tode nach Rom (XXV 19, 4), wobei er bei Capua vorbeimarschiert. In Rom sind diese Soldaten offenbar zunächst entlassen, um gegebenenfalls bei Neubildung wieder eingestellt zu werden.

61) Cantalupi irrt allerdings, wenn er diese Neubildung von den alten volones gänzlich loslösen will. XXVII 88, 8 heißt es ausdrücklich: intuleratque mentionem de volonibus revocandis ad signa.

62) Ebenso schon F. Geßler, De legionum Romanorum apud Livium numeris 1866, 22. Dagegen L. Schemann, 1. 1. p. 38.

63) Cantalupi p. 34 setzt noch 2 Legionen unter dem Praetor C. Calpurnius Piso in Rom an. Da dieser praetor urbanus ist (Liv. XXV 41, 13), hat er kein militärisches Kommando, aber nach Liv. XXVI 28, 4 müssen im Laufe des Jahres 211 noch 2 legiones urbanae ausgemustert sein. Als diese im folgenden Jahre nach Etrurien versetzt werden, wird dem Praetor prorogato in annum imperio (Liv. XXVI 28, 6) der Befehl über sie übergeben. Aus dem beim Praetor möglichen imperium ist nun ein wirkliches geworden. Die 2 Legionen sind bei Liv. XXVI 1 nicht mitgerechnet.

64) Da die Zahl der bundesgenössischen Reiter gewöhnlich doppelt so groß ist als die der römischen, ist vielleicht statt CCC bei Liv.XXVI 17,1 CCCC zu schreiben.

65) Die Zahl ist bei Livius ausgefallen, wird aber durch App. Iber. 17 gesichert

66) Das setzt auch Liv. XXVI 10, 2 voraus.

67) Wo sie dort gestanden haben, wissen wir nicht. Vielleicht griffen sie nicht über den ager Gallicus hinaus. Jedenfalls haben sie keinerlei Angriffsunternehmungen ausgeführt. Sie stehen nach Liv. XXVII 7, 11 am Ende des Jahres bei Ariminum.

68) Liv. XXVII 7, 11 nennt irrtümlich den Namen des C. Hostilius, der als praefor urbanus an Rom gebunden ist. Solche Fehler finden sich ja bei Livius auch sonst (vgl. Hermes L 1915, 485).

69) Nicht ganz genau sagt Veith (I{romayer-Veith, Heerwesen und Kriegsführung der Griechen und Römer, 1928, 295), daß in Scipios Heere auch die cannensischen Legionen standen.

70) Nach Cantalupi p 20 hat er eine Legion an Sulpicius für Macedonien abgegeben. Aber dies ist wohl eine legio classica gewesen.

71) Das bezeugt auch App. Iber. 38 (Scipio). Eine klare Vorstellung hat er nicht.

72) Bei Cantalupi p. 38 werden nur 18 Legionen gerechnet. Es fehlen die 2 legiones Cannenses des Praetors L. Aemilius.

73) 4 Legionen werden in Gallien vorausgesetzt XXX 18, 4.

74) Eine Getreidesendung aus Sardinien wird bei Liv. XXV 20, 3 erwähnt.